randvoll Honig

Wo Milch und Honig fließen

Randvoll Honig – vom Überquellen eines Bienenstocks

*Text & Fotos von KA*

In Erwerbsimkerfachkreisen würde man wohl den Begriff „schlampig“ oder „verantwortungslos“ benutzen, wenn man im Frühjahr von einer Durchsicht zur nächsten sechs Wochen versteichen lässt. Nur zu gut erinneren wir uns an unseren tobenden Imkereimeister bei der Grundausbildung, wenn die Azubis ihren regelmäßigen Durchsichtspflichen nicht nachgekommen waren. Wir beide sehen das nicht so eng.
Als Sonne Anfang Mai geschwärmt war, wollten wir die Zurückgebliebenen einfach nicht nerven und ließen ihnen daher viel Zeit, um sich mit ihrer neuen Königin Solvina einzuschwingen.

Daher war es auch eine kleine und vorallem klebrige Überraschung, als wir ihr Nest drei Wochen später öffneten und es mit Honig und Bienen vollgestopft vorfanden – überraschend, weil wir nicht damit gerechnet hatten, dass sich Solaris derart schnell vom Schwund Muttervolks Sonne erholen würde.
Randvoll Honig – Welche eine Potenz und Lebenskraft, bleibt einem da nur festzustellen.

randvoll - Honig im Überfluss

Solaris Nest randvoll Honig, links die Wildbautraube

Die Bude war im rahmenlosen Bereich natürlich voll mit Wildbau, den wir uns entschlossen zu entfernen – Halleluja! Es krachte und spritzte, rund zwei Hand voll Bienen starben den süßen Ertrinkenstot im Wabenbehälter
Dafür herrscht nun aber wieder etwas Ordnung in Balkonheim, dem Sitz der unverwüstlichen Sonnenbienen, und wir haben uns natürlich bemüht, so viele von ihnen wie möglich zu retten, indem wir sie mit Stäbchen, an denen sie sich gut festhalten konnten, abgesammelt und vor die Tür ihres Palastes gesetzt haben, wo sie lasiert mit süßem Gold von ihren Schwestern sauber geschleckt wurden.

Honig fließt über das Anflugbrett

Der Honig fließt nach Entfernen des Wildbaus aus dem Kasten und wird zur Bienentränke

Wildbauwaben mit Bienen und Honig

Wildbauwaben mit honigverklebten Bienen drauf – der süße Tod schleicht heran …

Erstaunlich war, wie lange die Bienen es ausgehalten haben im Honig ohne zu ersticken. Das Absammeln hat mit Sicherheit eine dreiviertel Stunde gedauert und es waren zum Ende hin immer noch überraschend viele lebendig und haben rumgezappelt. Ne kluge Sache war das trotzdem nicht, wir hätten sie einrauchen sollten, damit sie die Wabe verlassen, ehe wir sie runterschneiden … naja ein paar Fehler muss wohl auch Solaris über sich ergehen lassen.

 

Unser größter Schwarm :)

Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017

*Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA*

Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber er tat es.
Wir alle sahen schon unser geplantes Beltanefest in Schneewehen und Frost versinken, als es am Nachmittag desselben Tages zu Regnen begann und die weiße Pracht dank geneigter Wassergötter bis zum nächsten Tag weggespült war.
Das war dann nun ein Frühlingsfest mit buchstäblichem Lichtschaltereffekt – klick klack: aus dem Schnee ins pralle Leben. Für unsere Bienen war es natürlich ein mittelschwerer Gau, dass plötzlich sämtliche Frühblüten erfroren waren …

Unberirrt, die Summsen!

Doch auch das Wetterextrem hielt das Sonnenvolk – allen voran ihre Majestät Königin Sonija – nicht davon ab, in die Welt hinaus zu ziehen, und so schwirrte am 30. April pünktlich zum Maibeginn ein großer Schwarm honigrunder Bienen von unserem Balkon fort und freundlicherweise in den Hollabaum neben einem Schuppen gegenüber.
Wir danken euch dafür! Sonija hätte sich schließlich auch die 20-Meter-Birke oder 23-Meter-Kastanie daneben aussuchen können, aber sie bevorzugte die Holla, und zudem eine für uns äußerst angenehme Arbeitshöhe, was die schöne Nebenwirkung hat, dass man den Baum durch Astabsägen oder sonstige Manöver nicht verletzen muss.

Willkommen SOLARIS! Vom Schwarm zum Volk

Kürzlich haben wir noch den Verlust von MOND und MARS betrauert, heute jubeln wir über die Geburt von Solaris, das im Nest verbliebene Sonnenvolk. Da Sonija, die König des Sonnesvolkes mit ihm gezogen ist, behält es natürlich seinen Namen, bekommt aber einen nigelnagel frischen Nistkasten. Im Sinne von Stamm und Tradition haben wir beschlossen, alle Schwärme des Sonnenvolkes mit Sonnennamen in verschiedenen Sprachen zu benennen, und die von Venus ebenso. Das wird noch spannend werden, herauszufinden, ob es andere Bezeichnungen für die Göttin der Schönheit und Liebe gibt, und falls nicht, werden wir wohl kreativ werden müssen und uns Namen wie Venusa und Venedig einfallen lassen
Solaris Königin bekommt jedenfalls den Namen Sunila.

Und wieder die Anfänger!

Nun war es schon so einfach mit dem Schuppendach und trotzdem haben wir die Einsammelaktion zu gewissen Teilen verzapft. In Ermangelung an praktikablen Nistbehältnissen (eine Dadant-Beute ist einfach schrecklich einzelteilig, unhandlich und damit unpraktisch, zumindest wenn man den Bien darin eine schmale Hühnertreppe zum Dach hochtragen muss) haben wir uns schließlich für eine Isolierkiste unseres Biolieferservices entschieden. Die hat ein gutes Format, Griffe und einen verschließbaren Deckel.

Da die Bienentraube in ihrem Gaga-Schwärmdelirium bereits auf das Dach gefallen war, bestand die erste Herausforderung darin, Sonija im Schwarm zu finden und sie dann mit möglichst vielen Bienen in die Kiste zu befördern. Gesegnet sein unsere Imkerkollegen, die der Guten einst einen blauen Punkt verpasst haben, damit konnten wir sie schnell im Gewimmel entdecken. Mit den Händen haben wir erst sie und dann Händeweise Bienen in die Kiste geschaufelt – WAS FÜR EIN ERGREIFENDES GEFÜHL – und den Deckel einen Spalt offen stehen lassen, damit der Rest noch hinterher wandern kann.

Aliens fangen einen Schwarm

In Raumfahrermontur und mit Thermokiste auf Schwarmfang

Die recht kühle Nacht hat dann den Rest besorgt und am nächsten Morgen in aller Fraugöttinenfrühe mussten wir den Deckel einfach nur noch zumachen und das Sonnenvolk hinauf zu seinem neuen Wohnort auf dem Flachdach bringen. Nun klebten die zwei Kilo Bienen aber hauptsächlich als Traube am Deckel und bedeckten in einer wabernden Schicht sämtliche Innenwände, was zwar herzzerreißend kuschlig anmutet, aber natürlich dem Umzug nicht sonderlich dienlich ist.
Wir sind solche Memmen-Umzugshelfer und hatten keine Muße die Bienen morgens in der Kälte aus der schicken warmen Kiste rauszuschlagen und rauszufegen. Und der DIN-Norm sei Dank passte die graue Thermokiste genau neben die vier Waben in den Dadant-Kasten.
KA hat also in einem Akt zenistischer Fokussierung die Bienen vom Deckel in die Kiste geschlagen und MA hat schlicht und ergreifend das Dach draufgemacht, ehe überhaupt eine von den Ladies sich in einem aufgebrachten Flugmanöver ereifern konnte.
Ein paar besonders Anhaftende waren auf dem Deckel verblieben, die haben wir dann kurzum vor den Eingang gekehrt, wo sie eine Weile als Träubchen zusammenkauerten und gegen Mittag bereits dann in den neuen Bau eingezogen waren.

Nun sind wir gespannt, ob wir und unser Biohändler die Thermokiste je wieder bekommen wird
Es bleibt demnach wie immer spannend …

Auf bald

  • Aktuelles vom Sonnenvolk

    • Bienenwanderung von obenBienenwanderung

      Aus der Thermobox ins gelobte Nest *Video, Fotosund Text von KA* Nachdem wir am 30. April 2017 das geschwärmte Sonnenvolk in einer Thermokiste eingefangen und diese komplett ins neue Nest gestellt hatten, damit das Volk auf die Waben umsiedeln kann, kam nun der Tag, da die Kiste wieder herausgenommen werden musste. Die darauf noch ansässigen Bienen begannen recht schnell in einer Kolonne ihre Bienenwanderung ins gelobte … weiterlesen

    • Unser größter Schwarm

      Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017 *Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA* Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber … weiterlesen

    • Räuber und Beraubte

      Von der sanften Honigsammlerin zur wilden Plündererin *Video & Text von KA* Es wird geplündert und gemordet. Es wird sich bedrängt und beraubt. Was sich im ersten Moment nach einem Krisengebiet in Nahost anhört, findet in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung statt – auf, in und vor unseren Bienenkästen. Der Pollen ist alle, der Nektar versiegt, die Blüten am verwelken, die Natur bereitet sich zunehmend auf die … weiterlesen

 

Video

Räuber und Beraubte

Von der sanften Honigsammlerin zur wilden Plündererin

*Video & Text von KA*

Es wird geplündert und gemordet. Es wird sich bedrängt und beraubt. Was sich im ersten Moment nach einem Krisengebiet in Nahost anhört, findet in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung statt – auf, in und vor unseren Bienenkästen.

Der Pollen ist alle, der Nektar versiegt, die Blüten am verwelken, die Natur bereitet sich zunehmend auf die Winterruhe vor. Dies ist die Zeit, in der sich die süße Honigbiene von ihrer wilden und rauen Seite zeigt. Unsere Mädels tragen sich gegenseitig den Honig aus dem Stock, obwohl wir bis zum Erbrechen eingefüttert haben. Auch die Wespen mischen ordentlich mit …

Bienenpogo auf dem Anflugbrett

Gruppen-Chillout vor der Tür

*Foto von MA & Text von KA*

kama.bio_venus_Bienen_Binenvolk_aktiv_Sommer

Unsere süßen Venusen, die haben Freude an ihrem Leben! Sie sind binnen Wochen vom schwächsten Volk zum dritt stärksten geworden, damit haben sie den Marsianerinnen den Rang abgelaufen, die sich zurzeit eine neue Königin nachziehen.

Was hier  (siehe Foto) genau los ist, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Wenn die Sonne auf den Kasten scheinen würde, könnte man meinen, dass die Venusen wegen der Temperaturregulierung im Nest draußen vor der Tür rumhängen Aber da schon Abend ist, ist dieses Massenkuscheln auf dem Anflugbrett eher nicht darauf zurückzuführen und ein spannendes, bislang erstmaliges Phänomen …

Zur Temperatur im Bienennest lässt sich generell folgendes sagen:

Um ihr Nest bei heißen Temperaturen im Sommer zu kühlen, verlassen Bienen den Stock und schwirren vor dem Kasten herum – weniger Bienen auf den Waben = weniger Bewegung = weniger Reibung = weniger Wärme … einfach angewandte Physik Beim Sonnenvolk können wir das immer wieder schön beobachten; auch, wie sie mit den Flügeln kühle Luft hineinfächeln. Wir haben ihnen zur Unterstützung eine mit Ästen geschützte Wasserschüssel unter den Kasten gestellt. Das dort verdunstende H2O mäßigt die Temperatur an ihrem Standort auf unserem Balkon ein wenig, denn dort knallt um die Mittagszeit die Sonne zuweilen ziemlich drauf.

Den Anflugkeil sollte man spätestens bei einem solchen Verhalten der Bienen entfernen, um ihnen das Kühlen ihres Stocks zu erleichtern. Immer schön cool bleiben, alle miteinander!

 

 

Dumm & Dümmer

Am Anfang war die Ahnunglosigkeit …

*Ein schmerzliches Erfahrungsprotokoll von KA*

Wie entnimmt man Rähmchen im laufenden Betrieb? Unsere Imkerpaten hatten uns für den Umzug der Völker einige ihrer Waben mitgegeben. Nun war die Zeit gekommen, sie zurückzugeben. Für die Vergesslichen unter den Imkerin_innen taugt es definitiv, sich kleine Notizen oder Arbeitspläne zu machen, damit man nicht etwas vergisst, wenn man an den offenen Kästen arbeitet. WIR ERINNERN UNS: Jedes Öffnen der Kästen stresst die Biens und bringt ihre Nesttemperatur durcheinander, daher sollten die invasiven Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.

Die letzte Durchsicht war nur drei Tage her, aber unser liebes Sonnenvolk musste nun noch mal herhalten. In ihrem Brutnest befinden sich einer der Baurahmen und zwei Honigrähmchen, die zurück gehen sollen an unsere Imkerpaten. Nun sind auf so einer Platte ja sehr viele Bienen und wir in unserer Einfalt denken uns – „BOAH, die da jetzt alle runterkehren und runterschlagen ist ja voll krass, lass uns die Rahmen doch einfach neben den Kasten stellen, dann krabbeln die schon alle zurück ….“

JA, denkste, du Mensch!!!

Als wir nach ein paar Stunden wieder nach den Sonnjanern geschaut haben, war auf unserem Balkon der totale Pogo ausgebrochen. Die Bienen wimmeln wie wild auf den Waben herum, vielen von ihnen fliegen umher. Es schien auch, als wären fremde Bienen dazu gekommen, um Honig wegzutragen – das bedeutet richtig Stress!!!

Was als Versuch der sanften Umsiedelung begann, endete in einem weiteren Öffnen des Kastens, dem akribischen Herunterkehren und Herunterrauchen von lauter aufgebrachten und genervten Bienen und mündete in der bitteren Einsicht, dass gemäßigte Gewaltanwendung in Form eines Besens, zuweilen nicht vermieden werden kann. Der Stress war für den Schwarm so natürlich weit größer, viele lagen am Abend tot vor dem Bau ….

Es folgt daraus unser erstes ausdrückliches NOGO:

  • Keinen Honig neben den Kasten stellen
  • Bienen bei Veränderungen in ihrem Nest so gut es geht in ihren Kasten zurück  befördern

Liebes Sonnenvolk, es tut uns leid, dass wir solche Einfaltspinsel_innen sind! Wir hoffen sehr, dass ihr euch recht bald von unserer Dummie-Aktion erholt und danke, dass ihr solche Geduld mit uns habt und nicht geschlossen über uns herfallt …

Die aus dem Baurahmen herausgeschnittenen Wabenzellen haben wir übrigens wieder in das Nest eingepflegt, indem wir die Platte mit den verdeckelten Larven in einen leeren Rahmen von uns hineingestellt haben. Damit zumindest konnten weitere Opfer vermieden werden … Ein interessantes anderes Thema an dieser Stelle ist die ORDNUNG der WABEN im NEST. Infos dazu gibt es hier!

Und zwei FRAGEN stellen sich:

  • Haben die Bienen so aufgebracht reagiert, wegen des Honigs und des Honigraubes? Sprich: Wenn dort nur ein Brutrahmen gestanden hätte, hätten sie diesen dann irgendwann verlassen und wären in ihr Nest zurückgekehrt?
  • Wie lange kann eine verdeckelte Bienenlarve eigentlich außerhalb ihres Nest ohne die richtige Temperatur überleben?

 

Die Expansion des Sonnenvolks

Viele viele bunte Bienen …

Das Sonnenvolk auf unserem Balkon ist am 16. Mai eingezogen, heute am 21. Mai hat MA den Honigraum oben aud den Brutraum aufgesetzt und bei der Gelegenheit einen Blick in den Kasten geworfen.

kama.bio_das_Sonnenvolk_expandiert

Das kommt einem als Anfänger erst mal wie sehr sehr viele Bienen vor. Nun sind wir auf der Suche nach möglichen Gründen für diese Expansion. Beziehungsweise stellen wir uns eine Menge Fragen, die sich mangels Erfahrung auftun …

  1. Das ist ganz normal – alles neu macht der Mai?
  2. Sie sind bei guter Gesundheit und gedeihen und bauen im Sinne ihrer Gattung fleißig ihr Zuhause aus?
  3. Sie hungern, weil es derzeit nicht genügend Pflanzen gibt, die in Blüte stehen, und sitzen deshalb alle in ihrem Nest?
  4. Ist das womöglich ein Anzeichen, dass sie bald schwärmen wollen?

Aufschlussreiche Antworten in Kürze auf diesem Sender! 

Nach einem ausführlichen Gespräch mit Adelheid vom Schleiferhof hat sich folgendes herausgestellt:

Die Honigwaben, die noch im Brutraum hängen, müssen nach oben in den Honigraum und die Weiselzellen – in denen werden Königinnen heran gepeppelt – müssen entfernt werden. Zu gut deutsch: die ungeborenen, noch im Werden begriffenen Königinnen müssen getötet werden.

Wahrscheinlich ist das so ein typisches Anfängerding …. aber ich finde diese Methode martialisch. Womöglich stumpft man mir der Zeit gegen dieses Vorgehen ab – Ungeborene zu töten – vllt aber auch nicht …  und vllt muss das einfach sein ?! …

Wir werden diese Fährte weiter verfolgen, denn so wie sich die Dinge mir bislang darstellen, gibt es ein Imkern im Sinne der effizienten Honiggewinnung und neben diesem Hauptweg verläuft ein schmaler Pfad, der sich mit der Biene, ihrem Schwarm und dessen natürlichem Gedeihen befasst.

Bestimmt wird es lehrreich sein, auf beiden Wegen zu gehen und sie ggf eines Tages zusammenzuführen, auf der Suche nach einer Frage auf die Antwort, ob man um den strategischen Königinnenmord irgendwie herumkommen kann.

Es bleibt spannend.

INTERESSANT: In den Kreisen der Imker wird gesagt, dass die Honigbiene, besonders jene Arten, die zu Honiggewinnung hauptsächlich herangenommen werden (Carnica & Buckfast), ohne den Menschen heute nicht mehr überlebensfähig wären aufgrund der hohen Belastungen, von denen ein Bienenleben dieser Tage betroffen ist – Chemie auf Monokulturfeldern, kaum noch Nistplätze, eingeschleppte Parasiten etc. Was einst eine freiwillige Symbiose war, ist somit zu einer Art Zwangsehe geworden. (Wo ist eigentlich das „Sapiens“ beim Homo Sapiens geblieben???)

 

Zu Hause ist …

… wo der Schwarm ist.

Erster Einsatz am Bienenkasten mit MA

Seit die ersten beiden Bienenvölker bei uns angekommen sind, haben wir sie ein paar Tage in Ruhe gelassen, meint: Kasten zu lassen und gut! Das brauchte der Schwarm, um sich an seinem neuen Standort zu aklimatisieren und überhaupt sollte man nicht mehr in seinem Nest herumwirtschaften, als notwendig. Stell ma vor, deine Mudda würde jeden Tag einfach in dein Zimmer reinlatschen ohne Ankündigung!

kama.bio_Bienen_Volk_in_Aktion

Nach ein paar Tagen aber ist es nötig, dem Schwarm mehr Raum im Kasten zur Verfügung zu stellen. Zurzeit ist Hochsaison hinsichtlich des Schwärmens. Uns betrifft das sehr, da wir im Rahmen der biologischen Imkerei unseren Königinnen die Flügel weder stutzen noch abschneiden dürfen (Nichts gegen die Kollegen … aber wer kommt auf so was?) Dementsprechend gilt es, dafür Sorge zu tragen, dass der Schwarm nicht in Schwärmstimmung kommt. Die Erweiterung des Nestes mittels leerer Rahmen kann dabei helfen. Die Bienenvölker, mit denen wir leben, sind recht nesttreu. Wenn sie das Gefühl bekommen, dass es Arbeit gibt – und leere Brutrahmen bedeuten für sie  genau das – dann tendieren sie, im Nest zu bleiben und es auszubauen.

Arbeiten im Wohnzimmer … vom Roboterbau zum Wabenschweißen …

Wir benutzen zum Erhitzen der Drähte zum Anbringen der Wachsplatten im Rähmchen ein lustiges Gerät aus MAs Hobbykiste – mit 12 Volt schmilzt das Wachs etwas langsamer, dafür ist das Arbeiten meditativer. Für eine Drahtbahn (für Anfangsstreifen) reichen 6 Volt allerdings vollkommen.

kama.bio_imkerei_im_wohnzimmer

Im hier verwendeten Dadant-System sind jetzt zehn Honigrähmchen mit Anfangsstreifen angebracht.

kama.bio_imkerei_im_Wohnzimmer_ein_fertiger_Brutkasten

 

44 000 neue Untermieter …

… und keiner von denen ist auf Facebook

Am 16.05.2016 war es endlich so weit. Adelheid und Jochen vom Schleiferhof (unsere BIO-Imker-Nachbarn) haben uns am Abend des Pfingsmontags zwei Völker gebracht. Und NEIN, wir haben sie natürlich nicht durchgezählt, die 44 000 ist eine fingierte Schätzung. Beide Völker sind sehr fleißig und stark, sie sind über den Zustand eines kleinen Ablegers lange schon hinaus. Ein Bienenvolk kann in der Hochsaison gut und gerne 60 000 Bienen bei ausreichend Platz, und guten Konditionen sogar </+ 40 000 stark werden.

INTERESSANT: Bienen werden nicht als Individuen gesehen sondern im Kontext ihres Kollektivs. Ein Schwarm wird wie EIN WESEN behandelt,  das nennt sich dann das (oder auch der) BIEN – Wahrer Kommunismus kann ich da nur sagen!

kama.bio_Bienen_auf_dem_Balkon

kama.bio_Kasten_Sonnenvolk_Bienen_Balkon

Video

Das Sonnenvolk

Erster Tag im neuen Zuhause

Der Schwarm ist voll auf Touren … Er beginnt sich am ersten Tag neu zu orientieren.

Muss man sich mal vorstellen, du stehst morgens auf, gehst in die Küche; Herd, Spühle und Kühlsschrank stehen nicht mehr am selben Platz, alle Gegegenstände – Geschirr, Besteck, Teller, Tassen, Eierbecher –  wurden umgeräumt und das Essen hat plötzlich andere Verpackungen … so in etwa fühlt sich das für einen frisch umgezogenen Schwarm an … schönen Dank auch!

kama.bio_Das Sonnenvolk in seinem neuen Zuhause (erster Tag) from KAMA on Vimeo.#

Aufgrund der Einschränkungen bei Vimeo ist es eventuell manchmal nicht möglich, dass Video auf einem mobilen Gerät anzuschauen – tut uns leid, über jeden PC geht es ganz problemlos. Vllt machen wir auch noch einen YT-Channel … mal sehen …

Einige Tage später – am 21. Mai – hat MA in den Kasten des Sonnenvolks reingeschaut, was da los war, erfährst du hier!