Bienen Experiment Kleinzüchtung

Das Bienen Experiment – bee reloaded

Bienen Boot Camp – klein aber oho!

*Fotos & Erläuterungen von KA*

Normalerweise würde mich ein Bild wie das unterige unglaublich erschüttern. Ich (und MA wohl auch) halte Plastik für eines der größten Übel unserer Zeit und neben der Atomkraft mit Abstand für den größten lebensfeindlichen Unsinn, den die Menschheit seit Anbeginn ihres Bestehens verzapft hat.
Wir selbst versuchen Plastik zu vermeiden, wo es nur geht, und zurecht ploppt natürlich die Frage auf, warum muten wir unseren Bienen diese grauseligen Plastikwaben zu?!

Bienen Experiment Kleinzüchtung

Bienen Experiment zur Kleinzüchtung mit Plastikwaben

Die Erklärung lautet: Bienen Experiment!

Im Jahr 2016 sind wir im Zuge der nicht umschiffbaren Varroa-Problematik auf eine Reihe verschiedener interessanter Ansätze gestoßen. Einer davon behandelt das Thema der „Kleinzüchtung“ nach Ed und Dee Lusby in den USA. Die beiden Vollblut-Berufsimker sind vor vielen Jahren bereits zu einer erstaunlichen Erkenntnis gelangt – mittels Wälzen alter Imkerliteratur – die besagt, dass Bienen bis in die Fünfziger Jahre kleiner waren als heutzutage.
Hintergrund für die damals beginnende Vergrößerung der Tiere war die menschliche Gier, die angespornt von der Idee „größere Biene = mehr Honig = mehr Geld“ alles daran setzte, dass  „Wirtschaftsbienen“ größer gezüchtet wurden.

Nun zeichnet sich der Mensch im Laufe seines Wirkens auf diesem wunderschönen Planeten nicht eben durch intelligente Mäßigkeit oder langfristiges Denken aus (die wenigen, bei denen es sich so verhält, mögen mir die Pausschalisierung verzeihen) und so war es auch im Fall der Umzüchtung der Honigbiene nur eine Frage der Zeit, bis dieser Pfusch an der unübertroffenen Weisheit der Natur uns unangenehm um die Ohren knallen würde.
Dies geschah – wie die Imkerschaft nur zu gut weiß – mit dem Einschleppen und der Ausbreitung der Varroamilbe nach Europa in den Achziger Jahren, die seit dem suksessive die Bienenpopulationen bedrängt und der der Mensch bislang nichts besseres als chemische Kampfmittel entgegenzusetzen weiß …

In Asien – woher der so genannte Parasit stammt – können die Bienenvölker mit ihm umgehen. Dass die Chinesen trotzdem ihre Blütenbäume mittlerweile per Hand und Ohrstäbchen bestäuben, liegt am übermäßigen und nicht reflektierten Einsatz von hochgiftigen Spritzmitteln in der Landwirtschaft (Ein anderes jener Gier-Kurzdenk-Probleme, das der Mensch geschafften hat, und das an anderer Stelle näher thematisiert werden soll.)
Den Lusby-Imkern zufolge ist die Resistenz der asiatischen Bienen jedenfalls darauf zurückzuführen, dass die Bienen dort noch in ihrer eigentlichen kleineren Größe vorhanden sind, die laut Untersuchungen erstaunliche Auswirkungen auf den gesamten Bien hat. Der Größenunterschied spielt sich im Bereich von zehntel Millimetern ab, aber ähnlich wie bei Hormonen haben kleine Dinge eben oft ganz große Wirkung.

Die Lusby-Logig in Kurzfassung: Aus kleineren Zellen schlüpfen kleinere Bienen, kleinere Zellen ermöglichst mehr Zellen auf einer Wabe = mehr Bienenmasse = mehr Bienen zur Verfügung für Hygiene = Beseitigung von Varroa! Kleinere Bienen sind einen Tag kürzer verdeckelt: weniger Deckel = weniger reife Varroa sowie längere Lebensdauer der Bienen.
Durch die u.a. dadurch gestiegene Bienenmasse und die die dadurch höhere Dichte des Biens verändern sich auch Parameter wie die Nestwärme, ein weiterer wesentlicher Faktor für die Bienengesundheit und die gesamte Vitalität des Stammes.  Wen dieses Thema in ausführlicher Tiefe interessiert, der lese bitte bei resitantbees nach

Bezüglich des Hygieneverhaltens, dem Grooming, haben wir neulich auch erfahren, dass diese Eigenschaft ebenfalls den sinnfreien Zuchtbestrebungen der letzten sechzig Jahre anheim gefallen ist. Alles war drauf ausgelegt, Bienen zu züchten, die MEHR HONIG PRODUZIEREN.
Geschaffen haben wir hilflose Arbeitssklaven, die wir jetzt mit viel Zeit und Aufwand am Leben erhalten müssen …

Was hat das nun alles mit den Plastikwaben zu tun?

Fast ein Jahrhunder Um- und Dummzüchtung geht natürlich nicht spurlos vorüber. Man kann nicht hergehen uns sagen: „Sorry Biens! War leider ned so klug, was wir da gemacht haben. Von jetzt an macht’s ihr das besser wieder selbst … viel Erfolg!“
Die Mehrheit der Bienen baut trotz gutem Zuspruch „große“ Zellen, selbst im Wildbau – das größer-besser-reicher-Programm ist demnach nachhaltig drin! Nachdem wir Menschen ihnen damit gehörig ins Handwerk gepuscht haben in den letzten Jahrzehnten, ist es MA und mir nun ein Anliegen, ihnen zu helfen, sich wieder selbst zu helfen – deswegen ist Phönix unser erstes Volk, das unser Klein-Zellen-Boot-Camp besucht.

Die Zellen der Plastikwaben im frisch angelaufenen Bienen Experiment, entsprechen im Innenmaß 4,9 mm, jener magischen Schwelle unterhalb derer „klein“ beginnt. Zum Vergleich unsere Bienen bauen aktuell alle 5,5 mm. Das ist 0,6 mm größer als es die Natur einst vorgesehen hatte. Auf uns übertragen würde das bedeuten, dass wir alle im Schnitt 10 % größer wären. Das mag einem als 1,60-m-Mensch nicht so drastisch vorkommen, aber in Bereichen ab 1,75 m sind die Auswirkungen nicht zu unterschätzen – man braucht längere Bettwäsche, stößt sich vermehrt den Kopf, Klamotten sind in der normalen Konfektion zu kurz etc …

Der Zaubertrick im Bienen Experiment besteht nun darin, einen jungen Schwarm  – in unserem Fall Phönix – auf den kleinen vorgefertigten Plastikzellen ihr Volk und ihr Nest aufbauen zu lassen, denn es hat sich gezeigt, dass Bienen, die aus kleinen Zellen geschlüpft sind, diese auch bauen können.
Sollte diese Fähigkeit sich stabil und gut entwickeln müssten alle Ableger und Nachkommen dazu in der Lage sein, das kleine Maß in Wachs zu reproduzieren. Das genau streben wir an.

Natürlich ist uns bewusst, dass Menschen dazu neigen, sich in ihre eigenen Ideologien hineinzusteigern und sich darin geistig zu verbarrikadieren, was dann zur Folge hat, das wahre wissenschaftliche Logig (nicht der aktuelle Lobbybetrieb unserer Mainstreamwissenschaft) und sachdienliche Gegenargumente  an den mächtigen Sicherungsmechanismen selbst geschaffener und sich erhaltender Realität abprallen, während sich hinter diesen Mauern das Monster des Dogmas mehr und mehr in den Gehirnwindungen ausbreitet. Sicherlich war auch diese Eigenschaft grundsätzlich als gut und nützlich von der Natur geplant gewesen, derzeit kommt sie leider dennoch allzu oft als Behinderung daher.

Wir versuchen deshalb in unserem Bienen Experiment, die Lusby-Klein-Zellen-Theorie auf Herz und Nieren zu untersuchen, natürlich auch getrieben von der Hoffnung, dass sie eine brauchbare Lösung für das Milbendebakel eröffnet. Ob dem wirklich so ist, werden wir in aller Ehrlichkeit im der Kategorie BIENEN EXPERIMENT behandeln und darstellen.