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Schlachtfeld

Das Sonnenvolk wurde seiner Männer beraubt.

*Resumee eines Genozid von und mit KA*

Heute war kein leichter Tag.
Weder für mich, (KA) noch für die Bienen des Sonnevolkes.
Die Varros treibt uns um – zumindest gedanklich. Wir sind Anfänger und möchten nichts verkehrt machen. Das Drohnenrähmchen ist seit mehr als zwei Durchsichten halbvoll mit Drohnen und vor zwei Tagen haben wir dann beschlossen, es nun doch – wie in der herkömmlichen Imkerei empfohlen – herauszuschneiden, um die Drohnen auf Milbenbefall hin zu untersuchen. Leute und liebe Anfänger, ich sage euch, das ist KEIN SPASS!

Da mir klar war, dass ich die süßen Brutpfelgerinnen von der Platte würde herunter bekommen müssen, bin ich diesmal von vorn herein mit voller Montur zum Einsatz am Kasten angetreten. Und wie erwartet war ziemlich Pogo, als ich die Mädels von ihrer Brut heruntergebürstet habe. So als Beginner ist das schon noch ein spezielles Gefühl, mitten in einer Wolke aufgebrachter Bienen zu stehen, wobei ich wirklich sagen muss, dass das Sonnevolk erstaunlich umgänglich ist. Am Ende des Eingriffs hatte ich einen Stachel im Handschuh hängen …

[ Kleine Randbemerkung: Ich werde eine Minirubrik zum Thema gute Imkerkleidung anfangen, denn da tun sich mittlerweile auch gewisse Erkenntisse über Vor- und Nachteile auf. ]

Aberr das wirklich gruselige Drama begann erst auf unserem Tisch. Normalerweise werden Drohnenplatten ja rausgeschnitten, kontrolliert und dann entsorgt. Nun verhielt es sich bei unserer Probe aber so, dass die Hälfe der Zellen mit  intakten leeren Waben und Bienen belegt war und die sind obendrein auch noch geschlüpft.

kama.bio_Schnitt_in_Drohnenbrutwabe

So sorry, mag sein, dass das jetzt der absolute Gefühlsdusel ist, aber ich hab es nicht fertig gebracht, die soeben erwachenden Bienlein mit zu schlachen. Ich bin mit einer gewissen Respektshaltung dem Leben gegenüber aufgezogen worden und dieser unsinnige Massenmord an Arbeiterinnen um Willen von Varroa-Ergebnissen ging nun nicht auf meine Kuhhaut. Ich habe daher den unteren Bereich auf dem die Drohnenzellen angelegt war, mit einem heißen Messer weggeschnitten. Nebenbei sind dann die frisch geschlüpften Babybienen auf der Platte rumgewimmelt – die hatten damit auch ne vermurkste Kindheit …

kama.bio_Bienen_beim Schluepfen

Alles in allem hat mich dieses Aktion ziemlich depremiert. Mit MA zusammen haben wir etwa ein Viertel der herunter geschnittenen Wabe nach Milben durchsucht und tatsächlich keine gefunden. So gesehen ein Grund zur Freude, aber beim Anblick des Berges toter bzw fast schon lebendiger Bieneriche wollten sich  Glücksgefühle nicht einstellen. Wir haben die armen Jungs im Anschluss an die Fische im Fluss verfüttert, so bleiben sie dem Kreislauf des Lebens zumindest als Enegiespender erhalten.

kama.bio_auf_der-Suche_nach_dem Parasit

kama.bio_Ein_Berg_dohnenlarven_zum_sterben_verurteilt

Ich möchte gerne auf eine Weise mit den Bienen arbeiten, bei der ein solches Morden nicht nötg ist. Seit heute bin ich bei resistantbees.com angemeldet. Die Götter mögen geben, dass wir es schaffen, einen sanften Weg zu finden und zu gehen, gemeinsam mit diesen wunderbaren Lebenwesen und im Sinne der Ganzheitlichkeit der Natur.

Mehr dazu in Kürze auf diesem Kanal  …

Übrigens: Wir haben einen Großteil der versigelten Brut eingefroren. Wenn man jemanden kennt, der angelt, kann der die ungeschlüpften Larven gut als Köder verwenden … so im Sinne der Nahrungskette eben …