Bienen auf Heroin

Das Ende von Zucker, Brot und Peitsche

*Fotos & Gedanken von KA*

Vor zwei Wochen haben wir uns von unseren Völkern Mond und Mars verabschieden müssen, da sie den Winter nicht überlebt haben. Im Folgenden standen einige Aufräumarbeiten an. Beim Ausleeren der verlassenen Nestkisten ist uns aufgefallen, dass sie noch Pollen- und Honigvorräte enthielten. Diese haben wir so weit es ging entnommen. Inwieweit es sich dabei um eingelagerten Zucker handelt, ist schwer festzustellen.
Wie es im Leben oft so geht, hatten wir am selben Tag ein Treffen mit einer bekannten Imkerin, die bei uns am Hof die Betreuung eines Bienenprojekts übernehmen wird, das vom Amperhof und Melifera e.V. gemeinsam initiiert wurde.
Während ich also abends in unserer Küche stehe und leicht melancholisch angehaucht im Sinne „die Arbeit unserer Bienen soll nicht umsonst gewesen sein“ das wertvolle Perga aus den Waben herauspule, gehen mir Aspekte unseres vorangegangenen Gespräches am Nachmittag durch den Kopf.
Neben mir läuft der herunter geschabte Brutraumhonig durch ein Sieb, um ihn von den gröbsten Wachsrückständen zu befreien. Schleudern war angesichts der geringen Mengen Honig sinnfrei. Er weist trotz Sieben Überreste von Wachs, Propolis und Pollen auf, der sich damit vermischt hat. Schmecken tut er fantastisch und ich denke mir, wie unheimlich gesund diese Art der Mischung für den Menschen ist, weil sie all die wertvollen Stoffe und Zutaten enthält, die von den Bienen in ihrem Nest hergestellt werden.

 

Sicher, der Brutraumhonig ist etwas trübe durch die winzigen Wachsstückchen und das Propolis, doch worauf kommt es bei der Nahrung, die wir zu uns nehmen denn eigentlich wirklich an? Dass sie genormt, formvollendet und makenfrei ist oder dass sie unseren Körper mit allem Notwendigen versorgt, was er braucht?
Ich erinnere mich daran, was unsere Bekannte von einer befreundeten türkischen Imkerin erzählt hat, die ihr nämlich sagte, dass sie in der Türkei den deutschen Honig nicht essen mögen, weil er zu verzuckert sei, da die Imker in der industriellen Imkerei ja oft während trachtenschwacher Phasen Zucker zufüttern.

In Untersuchungen, deren Veröffentlichung von der Zuckerindustrie (zum reinen Selbstschutz versteht sich) weithin unterdrückt werden, wurde festgestellt, dass Zucker im Gehirn beim Menschen dieselben Schaltkreise wie Heroin bedient.

Im Grunde reicht diese Erkenntnis, um sofort vom massiven Zuckerkonsum Abstand zu nehmen, dennoch bleibt dann die Frage, warum wir dieses Zeug an unsere Bienen verfüttern?
Ein Imker wird darauf vermutlich antworten, dass es den Bienen nichts ausmacht, da sie den Zucker ohnehin nur als Treibstoff im Winter brauchen, um ihr Nest zu heizen. Aber ist das wirklich so? Warum wollen wir dann lieber Honig statt Zucker essen? Man sollte doch annehmen, dass alles in der Natur – auch ein süßer Honigvorrat! – einen besonderen Sinn und Zweck im Gewebe der Schöpfung hat, dass es eben nicht nur um den Energiegehalt im Honig geht, sondern um die spezielle Komposition des Nektars mit seinen Inhaltstoffen und seine Aufbereitung durch die Bienen, die ihn nicht einfach ersetzbar macht, sondern ganz im Gegenteil, dessen Fehlen massiv zum Unwohlsein und der Schwächung der Bienen beiträgt.

In unseren Augen ist es an der Zeit für ein fundamentales Umdenken und völlig neues Erfassen des menschlich-tierischen Miteinanders, und zwar des wirklichen empfundenen Miteinander, in dem die Bienen ein gleichberechtigter Teil des Lebenskollektives sind, keine Arbeitssklaven, auch keine verzüchteten, sanftmütigen Nutztiere, sondern Lebewesen, die einen ganz bestimmten Platz im großen Netzwerk einnehmen und ausfüllen, so wir sie lassen.
Immer wieder fallen mir die Worte aus dem Alten Testament ein, wo es heißt, Gott schuf die Erde und der Mensch solle sie beherrschen. Ehrlich, war Gott da unausgeschlafen oder schlecht drauf, als er sich das ausgedacht hat? Oder hat irgendwer im Nachklang was falsch verstanden und die Textpassage lediglich unglücklich übersetzt?
Was aus der Konstruktion Mensch+Herrschaft geworden ist – und das hat sich in 2000 Jahren weder durch die Hexenverbrennung noch den Neoliberalismus verbessert – sehen wir allenthalben überall auf diesem Planeten. Zeit damit aufzuhören! In meinem Verständnis wurde der Mensch für diesen Planeten geschaffen, als kreativ denkender Teil, der Schönheit erschaffen und kultivieren soll – das Gott braucht schließlich auch mal ’ne Auszeit, gell?!
Und weil ein Mammutprojekt (abgesehen von den fehlenden Mammuts) zur Umsetzung der Nicht-Herrschaftslebensweise eher keine gute Wahl zu sein scheint, wie man ja unweigerlich an Dingen wie der EU oder dem Berliner Flughafen erkennen kann, beginnen wir doch bei uns selbst, in unseren vier Wänden und innerhalb der Laufweite von unserer Wohnung.


Bienen sind der Hit!
Ein klein wenig niedlicher und streichelbarer sind in der Tat nur Küken. Diese hier haben am 17. April – pünktlich zu Ostara! – das Licht der Welt bzw. das im Brutkasten erblickt. Unser Anligen ist es, eine gesunde, normale Hühnerfamilie mit Mamis und Papi zu bekommen, denn die Brutapparatnummer ist zwar funktional aber eben auch total widernatürlich – leider ging es in diesem Fall nicht anders …

Als kreatives Lebenskollektiv, derzeit bestehend aus 5 Katzen, 59 Küken, sehr vielen Bienen, unzähligen Pflanzen, noch viel unzähligeren Bazillen und Bakterien und zwei Menschen, sowie zuweilen diversen Untermietern wie Jagdspinnen und Flöhen, streben wir an, dass jede und jeder zum Glück und der Gesundheit aller beiträgt, indem er die Mitglieder dieses Kollektivs nicht übervorteilt und stattdessen seine Komfortzone und Bedürfnisse beständig mit denen der anderen abgleicht und nicht mit strategischer Gewalt, technischer Überlegenheit (und Zuckerwasser) die eigenen Lebenswerte vor die der Beteiligten setzt.

Bestimmt sind Hunderte Philosophen und Philosophinnen lange vor uns zu ähnlichen Schlüssen gelangt, doch offenbar ist davon über die Jahrhunderte bemitleidenswert wenig im Menschenkollektivbewusstsein haften geblieben, deshalb sei an dieser Stelle noch mal gesagt: Es ist kein Zeichen von Menschlichkeit oder Mitgefühl, wenn man andere Lebewesen seinen Bedürfnissen unterwirft, auch wenn man es ganz nett tut, und in seiner Freizeit auf Anti-Monsanto-Demos geht. Schönheit entsteht dort, wo Unterschiedlichkeiten liebevoll zueinanderfinden, wo aus Diversität durch Aufmerksamkeit, Respekt und Vertrauen eine einmalige Harmonie wird. Geistige und materielle Monokultur zeugen lediglich von der Angst vor der unbezähmbaren Vielfalt. Mensch sein bedeutet, die Hintergründe und Spielarten des Lebens zu erkennen – wozu sonst der große Neokortex? – und mit allen Sinnen und jedwedem Handeln nach dem Besten für alle Lebewesen zu streben!

Ich bin wirklich keine Freundin von Moralpredigten, und ein Teil in mir wehrt sich auch dagegen, solche Dinge hier derart radikal zu formulieren, doch nach 34 Jahren des Beobachtens, des Mit-Verursachens und des Ausgesetzt-Seins existiert für mich vor allem eine wesentliche Erkenntnis: Entweder die Zukunft beginnt JETZT! mit uns oder sie endet mit uns, und das dann recht zeitnah!
So einfach. Lasst und wieder zu Menschen werden, und lasst uns die Bienen sein lassen – immens wichtige, wilde Insekten, mit einem naturgegebenen Recht darauf, ihre gesammelten Wintervorräte selbst zu verspeisen!

Weiterführende Gedanken zum Ansatz „Ein Maß Honig“ und grundsätzliche Überlegungen zu Leben und Tod, so wie allem dazwischen und daneben gibt es demnächst hier auf diesem Blog

 

Kurzmitteilung

Das Schicksal der Varroa

Vom Drama der Vernichtung bei Milben und Bienen

*Foto & Überlegungen von KA*

Seit MA und ich uns mit den Bienen befassen, haben wir beide unabhängig voneinander das Gefühl, dass es uns zuwider ist wegen der Varroa, Säuren und Gifte auf die Mädels draufzukippen. Diese Aussage ruft bestimmt im Hauptteil der Imkerschaft Reaktionen wie „Das ist unverantwortlich“ und „Ohne Behandlung gehen die Völker ein“ hervor. Ob man will oder nicht, bringt einen das Thema Varroabehandlung an den Punkt, wo emotionale/rationale Betroffenheit und das generell tot geschwiegene Gefühl der Ohnmacht und das Wissen, dass wir (als Menschen)  gewaltig was verbockt haben, aufeinandertreffen. Jede_r Imker_in muss und wird aus daraus seine/ihre eigenen Schlüsse für ihren Umgang mit den Biens ziehen.

Für MA und mich hat sich schnell heraus kristallisiert, dass wir mit der Bienenhaltung in eine Richtung gehen wollen, in der wir der Biene helfen zu lernen, sich selbstständig  sinnvoll mit der Parasitensituation auseinanderzusetzen.  Wichtig bei diesem Ansatz ist vor allem die Frage: Wie kann es sein, dass ein Jahrmillionen altes Geschöpf nicht in der Lage ist, sich an eine Veränderung seiner Umwelt anzupassen? Meint: Die Milbe.

Varroa – wirklich ein skruppeloser Parasit?

Wenn man in die Biologie schaut, sieht man überall Nutzsymbiosen, die Natur kennt weder Abfall noch Einbahnstraßen noch geplante Ausrottung. Sie ist in der Lage, jedes Ding und jede Kreatur zu einem komplexen, lebendigen Geflecht und Webwerk zusammenzufügen. Warum also scheitert sie im Fall der Bienen-Varroen-Nutzbeziehung derart? Und was ist das überhaupt für eine Formulierung?!

kama-bio_bienenbruecke_statt_Varroa

Bienenbruecke – Hangelspaß statt Varroa Drama

Dazu folgender Gedankengang:

Es sind wir Menschen, welche in Kategorien wie Parasiten und Wirte denken. Die Natur setzt derlei bewertende Maßstäbe sicherlich nicht an, sie füllt ledigtlich Lücken mit Leben und verteilt Überfluss. Warum sollte sich eine kleine Spinnenart nicht von Bienenblut ernähern? Machen doch andere Insektenarten auch und in den asiatischen Regionen, wo die Milbe herkommt, funktioniert es ja auch, oder nicht? Was unweigerlich zu der Frage führt: Was haben diese Bienen was unsere nicht haben? Und: Warum kann die asiatische Biene mit der Varroa in einer lebensverträglichen Beziehung leben und unsere Bienen können es nicht?  Aus Sicht der Natur ist es komplett unsinnig, dass die sog. Parasiten ihren Wirt abtöten, da auch ihre Population damit zu Grunde geht. Oder hat mal einer eine Kollone lebender Varroen am Ende des Winters aus dem Bienenstock ausziehen sehen? Nein. Die sterben alle mit, was zeigt, dass der gesamte Mechanismus der Bienen-Varroa-Lebensbeziehung (um mal von dem Parasitengedanken wegzukommen) essentiell gestört ist. Weder die Biens haben einen Vorteil davon, am Ende des Winters tot zu sein, noch die Varroen. Warum also läuft die Natur an dieser Stelle (in Europa) in eine solche Sackgasse? Hat sie es doch in den asiatischen Ländern geschafft, diese Beziehung sinnvoll für beide Partein zu gestalten.

Leider lautet die Antwort – auch mal wieder! – in diesem Fall DER MENSCH HAT’S VERBOCKT! Vorangegangene Generationen im letzten Jahrhundert haben an den feinen genetischen Stellschrauben der europäischen Bienenrassen herumgedreht und damit das Gleichgewicht im Reigen der Natur zerstört, was – wie auch in anderen derartigen Fällen – mit steigender Wahrscheinlichkeit zum eigenen Aussterben oder zumindest zu wachsendem Elend in der eigenen Population führt.

KAMA hat basierende auf dieser Überlegung und auch in Anbetracht der zunehmenden Resistenz der Milben gegen die Säuren entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen.
Wir möchten unsere Bienen renaturieren.
Wen dieses Thema interessiert, dem sei wärmestens die Webseite resitantbees.com empfohlen. Wir werden über unsere eigenen Ergebnisse in diesem Bereich natürlich auf unserer Hompage berichten.

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      Mars ist noch da! *Fotos & Text von KA* Ende Dezember 2016. Da MA und ich Weihnachten in seiner Urform feiern, sprich am 21.12., haben wir an den öffentlichen Feiertagen Zeit für andere Dinge. Da am zweiten Weihnachtsfeiertag das Wetter mitspielte und um Zenit die Bienen sehr aktiv waren, haben wir beschlossen, einen kurzen Blick bei unseren vier Völkern hineinzuwerfen und die Thymolplättchen, die wir im November hineingelegt hatten, herauszunehmen. Sehr zu unserer glückseeligen Überraschung sind die Marsianerinnen noch am Leben!!! Die Aktivitätsquote sah insgesamt bei allem Völkern am 26.12.2016 mittags in der Sonne so aus: Sonnenvolk: voll am Start, hyperaktiv und mit Nestputz unterwegs; wenig TMA Mondvolk: keine Regung vor dem Bau, die Traube recht weit unten; wenig TMA Marsvolk: keine Aktivität vor dem Bau, aber alle am Stelzeln … weiterlesen

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      Vom Drama der Vernichtung bei Milben und Bienen *Foto & Überlegungen von KA* Seit MA und ich uns mit den Bienen befassen, haben wir beide unabhängig voneinander das Gefühl, dass es uns zuwider ist wegen der Varroa, Säuren und Gifte auf die Mädels draufzukippen. Diese Aussage ruft bestimmt im Hauptteil der Imkerschaft Reaktionen wie „Das ist unverantwortlich“ und „Ohne Behandlung gehen die Völker ein“ hervor. Ob man will oder nicht, bringt einen das Thema Varroabehandlung an den Punkt, wo emotionale/rationale Betroffenheit und das generell tot geschwiegene Gefühl der Ohnmacht und das Wissen, dass wir (als Menschen)  gewaltig was verbockt haben, aufeinandertreffen. Jede_r Imker_in muss und wird aus daraus seine/ihre eigenen Schlüsse für ihren Umgang mit den Biens ziehen. Für MA und mich hat sich schnell heraus kristallisiert, dass wir mit … weiterlesen

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Ordnung ist das halbe Leben

Natürlicher Wabenbau & stressefreie Bienen – ein weiterer Schritt.

*Erklärung von KA*

Kürzlich haben wir bei unseren Völkern eine neue Weltordnung eingeführt, in dem wir die Waben entsprechend der natürlichen Bauweise der Bienen in ihrem künstlichen Wabennest-Kasten angeordnet haben. Beobachtungen am Naturbau haben laut verschiedener Quellen im Internet ergeben, dass einem Brutnest eine struckturierte Ausrichtung der Waben zu Grunde liegt.

Schaut man durch eine Wabenplatte hindurch, indem man Sie in die Sonne hält, kann man auf dem Boden der Wabe ein einen dreizackigen Stern erkennen. Aus Stabilitätsgründen liegen die Kreuzpunkte der Wände der anderen Wabenseite immer in der Mitte der Bodenplatte der zugewandten Seite, die man direkt vor der Nase hat. Diese Bauwesie bedingt, dass der Stern von der einen Seite wie ein Y aussieht und von der anderen Seite wie ein Mercedesstern – wir nennen daher die Seiten basierend auf der jeweiligen Durch-Blick-Richtung Y und M.

  • Y = Stern oben offen beim Durchkucken
  • M = Stern nach unten offen beim Durchkucken (Mercedes)

Weder M noch Y – was tun?!

Manchmal kommt es vor, dass die Sterne unglücklich zur Seite geneigt sind und nicht eindeutig nach oben oder unten zeigen, dann am besten eine andere Stelle prüfen und ggf die Tendenz in der Bauweise so gut es geht abschätzen.

Wenn die Richtung der Sterne klar ist,  werden die Y-Seiten der Waben markiert mit einem eindeutigen Symbol und im Kasten neu angeordnet: Das sieht dann wie folgt aus – Beispiel 7 Waben und 1 Schiet:

Hierbei werden 3 Waben und der Schiet nach links orientiert, was bedeutet, dass die Y-Seiten der drei Waben nach links zeigen müssen, der Schiet hängt logisch ganz außen. Die anderen vier Rähmchen werden nach rechts orientiert. Ergo: Alle Y-markierten Seiten der vier anderen Waben müssen nach rechts zeigen. Daraus ergibt sich, dass zwischen der vierten und der fünften Wabe (von rechts aus betrachtet) sich die M-Seiten gegenüberstehen und die Nestmitte bilden.

Bei gerader Wabenanzahl ist es deutlich einfacher – man orientiert bspw 4 Waben nach links und vier nach rechts. Die einander zugewandten M-Seiten sind dann genau in der Mitte der acht Waben. Wichtig ist, dass möglichst eine ausgewogene Wabenanzahl auf beiden Seiten der M-Mittellinie hängt. So kommt es der natürlichen Anordnung im Bienenbau am nächsten und das senkt den Stress und steigert den Wohlfühlfaktor bei den Biens. Agressives Verhalten wird angeblich vermindert. Wir haben unsere Völker umsortiert und werden von unseren Beoachtungen berichten.

Wohl bekomm’s ihr Lieben!

 

Kurzmitteilung

MA – das GENIE

Wertvoller Tipp zum stressfreien Arbeiten mit den Bienen.

*erdacht von MA – beschrieben von KA*

Nach einigen Durchsichten unserer Völker in den letzten Wochen stellt sich langsam eine Routine ein. MA hat dabei etwas sehr Gutes entdeckt und entwickelt.

Normalerweise macht man den Kasten ja oben auf, und wenn ein Honigraum draufsteht, schaut man ggf hinein. MA ist aufgefallen, dass es wesentlich stressfreier für uns und die Bienen ist, wenn wir den Honigraum komplett MIT DACH abnehmen und auf einen große Platte stellen, sodass die Bienen auch unten nicht hinaus können. Während der Durchsicht schwirren die Bienen aus dem Honigraum somit nicht herum.

Erst nachdem wir den Brutraum durchgeschaut haben, setzen wir den Honigraum wieder auf und heben den Deckel ab, um hinein zu kucken. Das vermindert den Stress für beide Seiten erheblich.

Gutes Sache, MA! Danke!

 

Menschenbienen – Bienenmenschen

Wie hilfreich es ist, in die Mokassins der Honigbiene zu schlüpfen

Vergleichende Studie mit KA

Es könnte naheliegen zu denken, dass Imkerei sehr viel der Theorie und des theoretischen Wissens bedarf. Und ja – es hat tatsächlich Sinn, sich zu belesen. Für alle Bio- und Alternativimker _innen – ich habe hier eine Bücherliste zum Thema gefunden

Was abgesehen von Pauken jedoch auch helfen kann, um gewisse Vorgänge und Maßnahmen besser zu verstehen, ist die gedankliche Übertragung auf das eigene Leben. Schön als Beispiel, weil derzeit aktuell – die Durchsicht der Kästen:

Stell dir vor, du schläfst mit deinem Mann/mit deiner Frau in eurem Zimmer. Es ist warm, die Luft riecht angenehm nach dem frisch gewaschenen Bettzeug, die Fenster sind zugezogen, kein Lärm dringt herein, ihr liegt im Halbschlaf beieinander, träumt und seid entspannt, während ihr dem Atem des anderen lauscht, nahe neben dem Bett schläft das Baby in seiner Wiege.

Plötzlich reißt jemand Tür und Fenster gleichzeitig auf, so doll, dass die Wände des Zimmers dröhnen und schwanken. Eine Scheibe splittert. Von draußen dringt Lärm von Presslufthämmern herein, eine Welle vom Gestank der Teerbauarbeiten schwappt über das Bett. Längst seid ihr beide hellwach, doch noch immer geblendert von dem vielen Licht. Das Baby schreit. Gesichtlose Gestalten stürmen herein, heben euer Bett in die Luft und drehen es schwankend im Kreis, ehe ihr nach dem Baby schauen könnt, dann nehmen sie einen Windkanal richten ihn auf euch und blasen, sodass eure Bettdecken wegfliegen. Es wird kalt und ihr kriecht schnell freiwillig aus dem Bett heraus – Glück gehabt, sie benutzen keine Besen, um euch zu verteiben und sie kippen das Bett auch nicht herum, sodass ihr unangenehm auf dem Boden aufschlagt. Einer der Eindringlinge nimmt nun eine Sense und zieht das Baby damit aus seiner Wiege, es verschwindet, während ihr gegen den starken Druck des Windkanals anzulaufen versucht. Eine andere Gestalt beginnt, eure Matratze aufzureißen, Kissen und Bettdecken gehen dabei kaputt. Die herumwirbelnden Federn werden abgesaugt, die Decken entfernt, sogar die leere Wiege nehmen sie mit, die Reste der kaputten Matratze bleiben auf dem Bett liegen. Dann zack, mit einem Schlag sind die  Fremden wieder weg. Sie knallen Tür und Fenster hinter sich zu, wieder wackelt der Raum. Der Gestank aus Teer und Schweiß hängt in der Luft, das Baby ist fort, ihr friert, die Augen müssen sich wieder an die plötzliche Dunkelheit gewöhnen, eure Herzen rasen vor Schreck ... BAAAM! Willkommen bei der wöchentlichen Durchsicht!

Natürlich kann man an dieser Stelle argumentieren, dass Menschen keine Insekten sind und  Wahrnhmung und Verhalten doch auch erhebliche Unterschiede aufweisen – sicherlich. Wir sind dennoch der Meinung, dass es hilfreich sein kann, Bienen besser zu verstehen, wenn man das, was man mit ihnen macht, auf das eigene Leben überträgt. Nicht nur, um sich selbst schrecklich mies vorzukommen, sondern auch um gewisse Abläufe besser begreifen und sich merken zu können. Beispiel hierzu: Einen Alt-Königinnen-Ableger bilden.

Sollte der Fall eintreten, dass eure Bienen sich einen Haufen Jungköniginnen herangezogen haben, mit dem deutlichen Anliegen, schwärmen zu wollen, kann es eine nützliche Maßnahme sein, einen Ableger mit der alten Königin zu machen. Dazu sucht und findet man sie, nimmt sie heraus und verlegt sie in einen anderen Kasten. Aber das alleine reicht nicht. Anhand der Übertragung auf das eigene Leben ist es leicht sich zu merken, was dieses Projekt erfolgreich macht. Stell dir vor, man wirft dich aus deiner Wohung und zwingt dich, woanders zu leben. Welche Faktoren würden dazu beitragen, dass du dich damit abfindest?

  1. Familienangehörige & Möbel müssen mit!Klar! Mann, Katze und Couch lässt frau nicht gern zurück. Eine Wabe mit Bienen & Drohnen zieht deshalb mit ins neue Zuhause.
  2. Die Speisekammern sind voll! Perfekt! Kein Stress mit Einkaufen. Ein zwei Waben mit Vorräten aus Pollen und Honig bekommen die Umgesiedelten mit dazu.
  3. Nicht ohne meine Kinder!Logisch! Keine hundert Pferde würden einen halten wo man ist, wenn die Kinder nicht mit dabei sind – deswegen ausreichend Brut mitgeben beim Umzug.
  4. Mama ist die Beste!Genau! Warum gehen, wenn sie hier ist? Sie kocht super und kümmert sich. Bienen sind an den Geruch ihrer Königin gewöhnt, solange sie im Nest ist, werden alle anderen auch dort bleiben.
  5. Ausreichend Platz zum Einrichten!Wunderbar! Schöne große Räume, gut geschnitten, da gehen wir nicht weg. Dem Ableger gibt man am Besten einen leeren Wabenrahmen mit, den die Bienen nach Herzenslust ausbauen und befüllen können.

KAs erstes Mal

Durchsicht von Sonne und Mond

Erfahrungsbericht von und mit  KA

Am 1 Juni 2016 habe ich das erste Mal mit MA zusammen zwei der mit uns lebenden Völker durchgeschaut, wie es im Imkerjargon so schön heißt. MA hatte sich während der zwei Wochen, in denen ich nicht bei uns am Hof war, alleine um die Völkern kümmern müssen, und somit war auch das Erste, was er zum gemeinsamen Arbeiten sagen konnte: Zu zweit ist es viel entspannter! Da wir erst vor Kurzem mit der Imkerei begonnen haben, besitzen wir noch kaum handwerkliche Routine, bei uns kommt außerdem dazu, dass wir wirklich sehr bemüht sind, keine Bienen bei unseren Kontrollen umzubringen, daher ist schnelles und in dem Sinne effizientes Vorgehen derzeit nicht an der Tagesordnung.

TIPP FÜR ANFÄNEGR:. Tätigkeiten, wie das Herausnehmen von angelegten Weiselzellen, gehen gemeinsam deutlich leichter von der Hand – einer hält das Rähmchen, der/die andere entfernt vorsichtig die Wachseinheit.

Natürlich kann man beim Arbeiten am Kasten auch viel sachlicher vorgehen. Viele Imker stellen das Rähmchen einfach auf dem Rand des Kastens ab und arbeiten dann mit der freien Hand. Das ist auf jeden Fall auch gut und machbar und im Fall von alleine arbeiten die einzige Möglichkeit. Wir bzw vorrangig MA hat in den ersten Wochen folgendes beobachten können.

Je langsamer und ruhiger wir mit dem offenen Kasten und dem Volk arbeiten, desto weniger stressen wir die Bienen. Das Thema Stress wird uns in der Zukunft noch beschäftigen, dazu wird es eigenes Kapitel geben. Zunächst mal hier ein kurzer Überblick möglicher Stressfaktoren und deren Auswirkung und Eindämmung.

  • Öffnen das Kastens: Am Anfang sind die Bienen in der Regel sehr ruhig, bis sie nach einer Weile feststellen, dass Licht ins Nest eindringt. Auch das Klima ändert sich sehr aprupt, wenn man den Kasten aufmacht. Oben am Deckel laufen zumeist Bienen herum, MA hat sich angewöhnt, sie ins Brutnest herunter zu kehren. KEHREN nervt unsere Bienen deutlich weniger als herunter gechütttelt zu werden! Theorethisch können sie auch auf dem Deckel verbleiben, wenn sich dort allerings Wachs vom Wildbau befindet, macht es Sinn diesen zu entfernen.
  • Das Verwenden von Rauch: Diese Methode zur Beruhigung der Bienen ist ein tradiertes Verfahren in der Imkerei. Der Hintergrundmechanismus dabei ist folgender: Wenn die Bienen die Wahrnehmung haben, dass es brennt, machen sie sich bereit, das Nest zu verlassen. Genau wie beim Schwärmen fressen/saugen sie sich dazu mit Honig voll, um diesen als Vorrat mitzunehmen. Volle Mägen machen sie träge – soweit die Theorie. Wir haben uns angewöhnt, bevor wir den Kasten aufmachen, von unten Rauch hineinzublasen. Das funktioniert soweit gut, trotzdem sollte man sich vergegenwärtigen:  Die Angst vor Feuer ruft in einem Tierorganismus Stress hervor. Wir Imker machen uns dieses Reaktionsmuster zu Nutzen, versetzt man sich allerdings in die Position der Biene ist dieses Vorgehen eher unangenehm. Wir überlegen daher, bei unseren Völkern OHNE RAUCH zu arbeiten und im Fall von Uruhe eben Schutzkleidung zu tragen.
  • Das Herumschieben der Wabenrähmchen: Im Brutnest unten ist es unglaublich eng. Unsere Bienen bauen zum Teil auch Verbindungsbrücken zwischen den einzelnen Rähmchen, diese muss man beim Durchsehen leider kaputt machen, um die einzelnen Rähmchen herausnehmen zu können. Meist verhalten sich die Bienen selbst dann noch ruhig uns wuseln einfach weiter auf ihren Waben herum. MA hat sich gar nicht erst angewöhnt, sie ins Nest runter zu schütteln. Wir lassen sie auf ihrer Wabenplatte und wenn wir uns eine Stelle dort genauer anschauen wollen PUSTEN wir sie an. Bienen mögen kein CO2, vllt stört sie auch der Kaffeegeruch auf jeden Fall wimmeln sie fort und machen die Stelle frei. Das ist weit sanfter als sie mit dem Besen zu vertreiben.

Bei unserer ersten gemeinsamen Durchsicht von Sonne und Mond haben wir endlich auch die beiden Königinnen gesehen. Juchuu! Sie verfügen zwar weder über Kabel noch Boxen oder gar Schalter oder Bildschirme, haben aber trotzdem einen Blaupunkt auf dem Rücken.

Um sich als Anfänger noch etwas besser in die Arbeit mit den Völkern hineinzufinden, hilft ggf dieser Artikel … viel Spaß!

 

Kurzmitteilung

Mit besten Grüßen …

Flüssiges Gold für Mars und Venus

Heute am 29. Mai 2016 steht eine erste Durchsicht von Mars und Venus an. Gestern hatte es geregnet, da haben wir den Termin verschoben. Das Marsvolk bekommt jetzt eine Honigwabe vom Sonnenvolk in seinen Honigkasten gehängt, damit sie sich annimiert fühlen, ihre Speisekammer besser anzunehmen – TIPP von unserer lieben Adleheid

Hier ein Blick in den Brutraum vom Marsvolk.

kama.bio_mars_bienen

Die Venusienen bekommen Honig vom Mond …. Hier ein Blick in den Brutraum der edlen Weiberwirtschaft. Sie sind bislang das kleinste Volk, dafür hat ihre Königin einen hübschen blauen Punkt auf dem Rücken

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Treffen mit Gunhild

Wundervolle Einblicke in die anthroposophische Imkerei

KA auf Erkundung in Gottsdorf

Gunhild. Ja, ich finde den Namen auch erstaunlich, und echt cool! Der germanische Ersteindruck hat sich bei meinem kurzen Besuch bei der Gottsdorfer Imkerin jedoch nicht fortsetzen lassen. Sie ist eine angenehme, bodenständige Frau und hat meinen Überraschungsbesuch erstaunlich gelassen hingenommen.

Meine Mutter war diejenige, die mich auf Gunhild und ihre besonders augenfälligen, sechseckigen Bienenkästen aufmerksam gemacht hat. Das Hexagramm ist so genial. Ich liebe diese Form, und was würde bei Bienen näher liegen, als sie in sechseckige Häuser einzuquartieren? Ich möchte gerne alles darüber erfahren; wie die Form sich auswirkt, und ob man solche Kästen auch als Nicht-Schreinerin bauen kann, angeblich sind sie mit einem Siebenstern ausgestattet und sie haben Kupferdeckplatten, um Keime fernzuhalten …

Bedauerlicherweise (für mich) waren Gunhild und ihre beiden Freundinnen – drei Frauen, die mich unweigerlich an die Parzen erinnert haben – dabei, sich für einen Konzerttermin abfahrbereit zu machen und als halbwegs gut erzogene Spontan-Besucherin nerve ich in so einer Situation natürlich nicht rum. Die 20 Minuten bei ihren Bienen waren sehr inspirierend ich hoffe sehr, dass wir Gunhild in der Zukunft zu Imkereiangelegenheiten befragen können.

Und eins noch! Wenn ich aus dem Stehgreif erklären müsste, was Anthroposophie ist – ehrlich! – ich könnt es nicht :(  Daher hier der Link. Zeit sich in dieses Gebiet mehr einzulesen …