Königin Phoebe und ihre Stifte

Wie viele Narren hält ein Bienenhofstaat aus?

*Text & Einsichten von KA, Fotos von MA*

An einem wunderschönen sonnigen Tag Mitte Juni beschlossen wir – MA und KA – nachzuschauen, ob das Umweiseln der  beiden Völker Venus und Phoenix gelungen war, die aus unerfindlichen Gründen ihre Königinnen verloren hatten. Nachdem wir rund 2,5 Wochen zuvor zwei junge, vitale Königinnen – Phoebe und Venija – zugesetzt hatten, schien es uns ein guter Zeitpunkt, um die Ergebnisse dieses nicht ganz risikolosen Unterfangens zu untersuchen. Umweiseln machen die Bienen für gewöhnlich nur dann, wenn eine alte Königin nicht mehr fähig ist, genügend Eier zu legen und das Wohl des Volkes auf dem Spiel steht.
Als Imker und Bienenhalter greifen wir mittels Umweiseln im Grunde in den natürlichen Sterbe- bzw. Auflösungsprozess eines Bienenvolkes ein, der ohne eine Königin oder genügend Brut zum Nachziehen einer solchen natürlicherweise zu Grunde gehen würde.

Und wie so manches Mal wurde auch diese Durchsicht nach dem Umweiseln zu einem unentbehrlichen Lehrstück.

Nachdem das Einsetzen der Damen noch recht gut geklappt hatte, standen wir rund 17 Tage später vor demselben Problem wie an jenem Tag vor über vier Wochen als wir den Verlust der beiden Königinnen bemerkt hatten.
Weder bei Phönix noch bei Venus konnten wir Brut feststellen. Zudem waren sehr wenige Bienen auf den Waben, dass es fast den Anschein hatte, als wären sie allesamt eben ausgezogen.
Was also tun?
Da Venus über erhebliche Vorräte verfügte, beschlossen wir, ihnen noch eine weitere Chance zu geben, indem wir ihnen eine Wabe voll mit frischer Brut hineinhängten. Wenn sie eine zugesetzte Königin nicht akzeptiert haben, womöglich wäre es ihnen ja dann genehm, sich selbst eine nachzuziehen?
Der Verlauf dieser Unternehmung bleibt wieder abzuwarten ….

Getrieben von unseren Erfahrungen aus dem letzten Jahr mit dem Marsvolk, das sehr klein gewesen war und aufgrund des langen Winters erfroren war und das wir besser hätten auflösen sollen, als noch Zeit gewesen war, entschieden wir uns, diesen Fehler beim Phoenix Volk nicht zu wiederholen, da auch sie klein, schwach und weisellos im Grunde keine Chance hatten, weiter zu bestehen.
Als wir jedoch schon dabei waren, die Bienen von Phoenix zu Venus dazuzukippen, bemerkte KA plötzlich, dass auf einer der Waben ein Bienlein schlüpfte und schaute daher noch mal  genauer hin ….

Ein Stift – ein frisch gelegtes Bienenei – ist winzig

Doch sie sind da, eine Wabe voll mit Eiern – ergo es muss eine Königin im Volk sein. Fraglich ob sie das nach dem ganzen Theater immer noch ist, aber sofern Phoebe nichts zugestoßen ist durch den Einsatz ihrer beiden ahnungslosen Hofnarren, die sich da Imker nennen, hat Phoenix natürlich eine reale Chance, sich zu stabilisieren. Natürlich haben wir sofort den Bau wieder hergestellt. Einzig zu unserer Entschuldigung anzubringen ist wohl der Umstand, dass kleine, weiße Eier in weißen Plastikzellen wirklich verdammt schwer zu erkennen sind, ansonsten hoffen wir nun inständig, dass Phönix diesen schrecklichen Eingriff verkraftet.

Der Lebenswille von Bienenvölkern ist zwar herausragend, aber Wille ist eben leider auch nicht alles …

 

Unser größter Schwarm :)

Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017

*Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA*

Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber er tat es.
Wir alle sahen schon unser geplantes Beltanefest in Schneewehen und Frost versinken, als es am Nachmittag desselben Tages zu Regnen begann und die weiße Pracht dank geneigter Wassergötter bis zum nächsten Tag weggespült war.
Das war dann nun ein Frühlingsfest mit buchstäblichem Lichtschaltereffekt – klick klack: aus dem Schnee ins pralle Leben. Für unsere Bienen war es natürlich ein mittelschwerer Gau, dass plötzlich sämtliche Frühblüten erfroren waren …

Unberirrt, die Summsen!

Doch auch das Wetterextrem hielt das Sonnenvolk – allen voran ihre Majestät Königin Sonija – nicht davon ab, in die Welt hinaus zu ziehen, und so schwirrte am 30. April pünktlich zum Maibeginn ein großer Schwarm honigrunder Bienen von unserem Balkon fort und freundlicherweise in den Hollabaum neben einem Schuppen gegenüber.
Wir danken euch dafür! Sonija hätte sich schließlich auch die 20-Meter-Birke oder 23-Meter-Kastanie daneben aussuchen können, aber sie bevorzugte die Holla, und zudem eine für uns äußerst angenehme Arbeitshöhe, was die schöne Nebenwirkung hat, dass man den Baum durch Astabsägen oder sonstige Manöver nicht verletzen muss.

Willkommen SOLARIS! Vom Schwarm zum Volk

Kürzlich haben wir noch den Verlust von MOND und MARS betrauert, heute jubeln wir über die Geburt von Solaris, das im Nest verbliebene Sonnenvolk. Da Sonija, die König des Sonnesvolkes mit ihm gezogen ist, behält es natürlich seinen Namen, bekommt aber einen nigelnagel frischen Nistkasten. Im Sinne von Stamm und Tradition haben wir beschlossen, alle Schwärme des Sonnenvolkes mit Sonnennamen in verschiedenen Sprachen zu benennen, und die von Venus ebenso. Das wird noch spannend werden, herauszufinden, ob es andere Bezeichnungen für die Göttin der Schönheit und Liebe gibt, und falls nicht, werden wir wohl kreativ werden müssen und uns Namen wie Venusa und Venedig einfallen lassen
Solaris Königin bekommt jedenfalls den Namen Sunila.

Und wieder die Anfänger!

Nun war es schon so einfach mit dem Schuppendach und trotzdem haben wir die Einsammelaktion zu gewissen Teilen verzapft. In Ermangelung an praktikablen Nistbehältnissen (eine Dadant-Beute ist einfach schrecklich einzelteilig, unhandlich und damit unpraktisch, zumindest wenn man den Bien darin eine schmale Hühnertreppe zum Dach hochtragen muss) haben wir uns schließlich für eine Isolierkiste unseres Biolieferservices entschieden. Die hat ein gutes Format, Griffe und einen verschließbaren Deckel.

Da die Bienentraube in ihrem Gaga-Schwärmdelirium bereits auf das Dach gefallen war, bestand die erste Herausforderung darin, Sonija im Schwarm zu finden und sie dann mit möglichst vielen Bienen in die Kiste zu befördern. Gesegnet sein unsere Imkerkollegen, die der Guten einst einen blauen Punkt verpasst haben, damit konnten wir sie schnell im Gewimmel entdecken. Mit den Händen haben wir erst sie und dann Händeweise Bienen in die Kiste geschaufelt – WAS FÜR EIN ERGREIFENDES GEFÜHL – und den Deckel einen Spalt offen stehen lassen, damit der Rest noch hinterher wandern kann.

Aliens fangen einen Schwarm

In Raumfahrermontur und mit Thermokiste auf Schwarmfang

Die recht kühle Nacht hat dann den Rest besorgt und am nächsten Morgen in aller Fraugöttinenfrühe mussten wir den Deckel einfach nur noch zumachen und das Sonnenvolk hinauf zu seinem neuen Wohnort auf dem Flachdach bringen. Nun klebten die zwei Kilo Bienen aber hauptsächlich als Traube am Deckel und bedeckten in einer wabernden Schicht sämtliche Innenwände, was zwar herzzerreißend kuschlig anmutet, aber natürlich dem Umzug nicht sonderlich dienlich ist.
Wir sind solche Memmen-Umzugshelfer und hatten keine Muße die Bienen morgens in der Kälte aus der schicken warmen Kiste rauszuschlagen und rauszufegen. Und der DIN-Norm sei Dank passte die graue Thermokiste genau neben die vier Waben in den Dadant-Kasten.
KA hat also in einem Akt zenistischer Fokussierung die Bienen vom Deckel in die Kiste geschlagen und MA hat schlicht und ergreifend das Dach draufgemacht, ehe überhaupt eine von den Ladies sich in einem aufgebrachten Flugmanöver ereifern konnte.
Ein paar besonders Anhaftende waren auf dem Deckel verblieben, die haben wir dann kurzum vor den Eingang gekehrt, wo sie eine Weile als Träubchen zusammenkauerten und gegen Mittag bereits dann in den neuen Bau eingezogen waren.

Nun sind wir gespannt, ob wir und unser Biohändler die Thermokiste je wieder bekommen wird
Es bleibt demnach wie immer spannend …

Auf bald

  • Aktuelles vom Sonnenvolk

    • Bienenwanderung von obenBienenwanderung

      Aus der Thermobox ins gelobte Nest *Video, Fotosund Text von KA* Nachdem wir am 30. April 2017 das geschwärmte Sonnenvolk in einer Thermokiste eingefangen und diese komplett ins neue Nest gestellt hatten, damit das Volk auf die Waben umsiedeln kann, kam nun der Tag, da die Kiste wieder herausgenommen werden musste. Die darauf noch ansässigen Bienen begannen recht schnell in einer Kolonne ihre Bienenwanderung ins gelobte … weiterlesen

    • Unser größter Schwarm

      Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017 *Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA* Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber … weiterlesen

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      Von der sanften Honigsammlerin zur wilden Plündererin *Video & Text von KA* Es wird geplündert und gemordet. Es wird sich bedrängt und beraubt. Was sich im ersten Moment nach einem Krisengebiet in Nahost anhört, findet in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung statt – auf, in und vor unseren Bienenkästen. Der Pollen ist alle, der Nektar versiegt, die Blüten am verwelken, die Natur bereitet sich zunehmend auf die … weiterlesen

 

Kurzmitteilung

Ein schlechter Deal

Mit Zuckerbrot und Rührstab

*Fotos von MA & Text von KA*

Einfüttern.
Auch wir haben mächtig und überschwänglich eingefüttert dieses Jahr, obwohl wir keinen Honig entnommen haben. Nach wie vor versuchen wir, nichts falsch zu machen, und tatasächlich hatte unser stärkstes Volk, das Sonnenvolk, noch einige Kilo Honig drin, als wir sie einige Tage nach der letzten Fütterung kontrolliert haben.

kama-bio_leer_gefuttert

Wir haben uns dazu entschieden, die Honigschwemme auf alle vier Völker zu verteilen. So haben sie alle zwei Rähmchen voll neben ihr Schiet bekommen, in der Hoffnung, dass sie den Honig noch umlagern, bevor es arg zu kalt wird.

kama-bio_marsvolk_thymol

Ein befreundeter Imker hat prognostiziert, dass Mars nicht durchkommen würde, weil sie zu schwach sein. Ein paar Handvoll Bienen auf fünf Rahmen. Er riet uns, den Kasten zusätzlich zu isolieren, was wir dann auch gemacht haben. Trotzdem bangen wir um unsere Biens, denn die Varroakontrolle Anfang Oktober hat nach wie vor einen erheblichen Befall ergeben! Wir hatten 2 x mit Thymol behandelt und haben uns überlegt, diese Behandlung noch ein drittes Mal zu machen … und wenn’s ganz arg kommt, bleibt immer noch das Oxal …

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Bienenpogo auf dem Anflugbrett

Gruppen-Chillout vor der Tür

*Foto von MA & Text von KA*

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Unsere süßen Venusen, die haben Freude an ihrem Leben! Sie sind binnen Wochen vom schwächsten Volk zum dritt stärksten geworden, damit haben sie den Marsianerinnen den Rang abgelaufen, die sich zurzeit eine neue Königin nachziehen.

Was hier  (siehe Foto) genau los ist, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Wenn die Sonne auf den Kasten scheinen würde, könnte man meinen, dass die Venusen wegen der Temperaturregulierung im Nest draußen vor der Tür rumhängen Aber da schon Abend ist, ist dieses Massenkuscheln auf dem Anflugbrett eher nicht darauf zurückzuführen und ein spannendes, bislang erstmaliges Phänomen …

Zur Temperatur im Bienennest lässt sich generell folgendes sagen:

Um ihr Nest bei heißen Temperaturen im Sommer zu kühlen, verlassen Bienen den Stock und schwirren vor dem Kasten herum – weniger Bienen auf den Waben = weniger Bewegung = weniger Reibung = weniger Wärme … einfach angewandte Physik Beim Sonnenvolk können wir das immer wieder schön beobachten; auch, wie sie mit den Flügeln kühle Luft hineinfächeln. Wir haben ihnen zur Unterstützung eine mit Ästen geschützte Wasserschüssel unter den Kasten gestellt. Das dort verdunstende H2O mäßigt die Temperatur an ihrem Standort auf unserem Balkon ein wenig, denn dort knallt um die Mittagszeit die Sonne zuweilen ziemlich drauf.

Den Anflugkeil sollte man spätestens bei einem solchen Verhalten der Bienen entfernen, um ihnen das Kühlen ihres Stocks zu erleichtern. Immer schön cool bleiben, alle miteinander!

 

 

Ordnung ist das halbe Leben

Natürlicher Wabenbau & stressefreie Bienen – ein weiterer Schritt.

*Erklärung von KA*

Kürzlich haben wir bei unseren Völkern eine neue Weltordnung eingeführt, in dem wir die Waben entsprechend der natürlichen Bauweise der Bienen in ihrem künstlichen Wabennest-Kasten angeordnet haben. Beobachtungen am Naturbau haben laut verschiedener Quellen im Internet ergeben, dass einem Brutnest eine struckturierte Ausrichtung der Waben zu Grunde liegt.

Schaut man durch eine Wabenplatte hindurch, indem man Sie in die Sonne hält, kann man auf dem Boden der Wabe ein einen dreizackigen Stern erkennen. Aus Stabilitätsgründen liegen die Kreuzpunkte der Wände der anderen Wabenseite immer in der Mitte der Bodenplatte der zugewandten Seite, die man direkt vor der Nase hat. Diese Bauwesie bedingt, dass der Stern von der einen Seite wie ein Y aussieht und von der anderen Seite wie ein Mercedesstern – wir nennen daher die Seiten basierend auf der jeweiligen Durch-Blick-Richtung Y und M.

  • Y = Stern oben offen beim Durchkucken
  • M = Stern nach unten offen beim Durchkucken (Mercedes)

Weder M noch Y – was tun?!

Manchmal kommt es vor, dass die Sterne unglücklich zur Seite geneigt sind und nicht eindeutig nach oben oder unten zeigen, dann am besten eine andere Stelle prüfen und ggf die Tendenz in der Bauweise so gut es geht abschätzen.

Wenn die Richtung der Sterne klar ist,  werden die Y-Seiten der Waben markiert mit einem eindeutigen Symbol und im Kasten neu angeordnet: Das sieht dann wie folgt aus – Beispiel 7 Waben und 1 Schiet:

Hierbei werden 3 Waben und der Schiet nach links orientiert, was bedeutet, dass die Y-Seiten der drei Waben nach links zeigen müssen, der Schiet hängt logisch ganz außen. Die anderen vier Rähmchen werden nach rechts orientiert. Ergo: Alle Y-markierten Seiten der vier anderen Waben müssen nach rechts zeigen. Daraus ergibt sich, dass zwischen der vierten und der fünften Wabe (von rechts aus betrachtet) sich die M-Seiten gegenüberstehen und die Nestmitte bilden.

Bei gerader Wabenanzahl ist es deutlich einfacher – man orientiert bspw 4 Waben nach links und vier nach rechts. Die einander zugewandten M-Seiten sind dann genau in der Mitte der acht Waben. Wichtig ist, dass möglichst eine ausgewogene Wabenanzahl auf beiden Seiten der M-Mittellinie hängt. So kommt es der natürlichen Anordnung im Bienenbau am nächsten und das senkt den Stress und steigert den Wohlfühlfaktor bei den Biens. Agressives Verhalten wird angeblich vermindert. Wir haben unsere Völker umsortiert und werden von unseren Beoachtungen berichten.

Wohl bekomm’s ihr Lieben!

 

Kurzmitteilung

MA – das GENIE

Wertvoller Tipp zum stressfreien Arbeiten mit den Bienen.

*erdacht von MA – beschrieben von KA*

Nach einigen Durchsichten unserer Völker in den letzten Wochen stellt sich langsam eine Routine ein. MA hat dabei etwas sehr Gutes entdeckt und entwickelt.

Normalerweise macht man den Kasten ja oben auf, und wenn ein Honigraum draufsteht, schaut man ggf hinein. MA ist aufgefallen, dass es wesentlich stressfreier für uns und die Bienen ist, wenn wir den Honigraum komplett MIT DACH abnehmen und auf einen große Platte stellen, sodass die Bienen auch unten nicht hinaus können. Während der Durchsicht schwirren die Bienen aus dem Honigraum somit nicht herum.

Erst nachdem wir den Brutraum durchgeschaut haben, setzen wir den Honigraum wieder auf und heben den Deckel ab, um hinein zu kucken. Das vermindert den Stress für beide Seiten erheblich.

Gutes Sache, MA! Danke!

 

Dumm & Dümmer

Am Anfang war die Ahnunglosigkeit …

*Ein schmerzliches Erfahrungsprotokoll von KA*

Wie entnimmt man Rähmchen im laufenden Betrieb? Unsere Imkerpaten hatten uns für den Umzug der Völker einige ihrer Waben mitgegeben. Nun war die Zeit gekommen, sie zurückzugeben. Für die Vergesslichen unter den Imkerin_innen taugt es definitiv, sich kleine Notizen oder Arbeitspläne zu machen, damit man nicht etwas vergisst, wenn man an den offenen Kästen arbeitet. WIR ERINNERN UNS: Jedes Öffnen der Kästen stresst die Biens und bringt ihre Nesttemperatur durcheinander, daher sollten die invasiven Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.

Die letzte Durchsicht war nur drei Tage her, aber unser liebes Sonnenvolk musste nun noch mal herhalten. In ihrem Brutnest befinden sich einer der Baurahmen und zwei Honigrähmchen, die zurück gehen sollen an unsere Imkerpaten. Nun sind auf so einer Platte ja sehr viele Bienen und wir in unserer Einfalt denken uns – „BOAH, die da jetzt alle runterkehren und runterschlagen ist ja voll krass, lass uns die Rahmen doch einfach neben den Kasten stellen, dann krabbeln die schon alle zurück ….“

JA, denkste, du Mensch!!!

Als wir nach ein paar Stunden wieder nach den Sonnjanern geschaut haben, war auf unserem Balkon der totale Pogo ausgebrochen. Die Bienen wimmeln wie wild auf den Waben herum, vielen von ihnen fliegen umher. Es schien auch, als wären fremde Bienen dazu gekommen, um Honig wegzutragen – das bedeutet richtig Stress!!!

Was als Versuch der sanften Umsiedelung begann, endete in einem weiteren Öffnen des Kastens, dem akribischen Herunterkehren und Herunterrauchen von lauter aufgebrachten und genervten Bienen und mündete in der bitteren Einsicht, dass gemäßigte Gewaltanwendung in Form eines Besens, zuweilen nicht vermieden werden kann. Der Stress war für den Schwarm so natürlich weit größer, viele lagen am Abend tot vor dem Bau ….

Es folgt daraus unser erstes ausdrückliches NOGO:

  • Keinen Honig neben den Kasten stellen
  • Bienen bei Veränderungen in ihrem Nest so gut es geht in ihren Kasten zurück  befördern

Liebes Sonnenvolk, es tut uns leid, dass wir solche Einfaltspinsel_innen sind! Wir hoffen sehr, dass ihr euch recht bald von unserer Dummie-Aktion erholt und danke, dass ihr solche Geduld mit uns habt und nicht geschlossen über uns herfallt …

Die aus dem Baurahmen herausgeschnittenen Wabenzellen haben wir übrigens wieder in das Nest eingepflegt, indem wir die Platte mit den verdeckelten Larven in einen leeren Rahmen von uns hineingestellt haben. Damit zumindest konnten weitere Opfer vermieden werden … Ein interessantes anderes Thema an dieser Stelle ist die ORDNUNG der WABEN im NEST. Infos dazu gibt es hier!

Und zwei FRAGEN stellen sich:

  • Haben die Bienen so aufgebracht reagiert, wegen des Honigs und des Honigraubes? Sprich: Wenn dort nur ein Brutrahmen gestanden hätte, hätten sie diesen dann irgendwann verlassen und wären in ihr Nest zurückgekehrt?
  • Wie lange kann eine verdeckelte Bienenlarve eigentlich außerhalb ihres Nest ohne die richtige Temperatur überleben?

 

Kurzmitteilung

WO IST MANAA?!

Auf der Suche nach der Bienenkönigin.

*Ein Bitte-melde-dich von KA*

Bei der gestrigen Durchsicht lief alles ohne große Schwierigkeiten. Wir haben eine Liste zum Protokollieren, wo wie alles eintragen, was in den Stöcken los ist … oder eben auch nicht … Wie im Fall von Manaa, der Königin des Marsvolkes.

Noch immer haben wir sie nicht zu Gesicht bekommen. Die Marsianerinnen haben seit der letzten Durchsicht ihren Honigraum komplett leer geräumt und sind nur unten in ihrem Nest. Dieses Vorgehen des Biens macht uns stutzig und wir haben den Honigraum heruntergenommen, um sie nicht durch den ungenutzten Raum in ihrem Temperieren zu beeinträchtigen. Im Grunde ist es ja nicht schlimm, dass sie zurzeit nicht viel Honig eintragen, aber wir haben zudem beobachtet, dass das Marsvolk weit schwächer und kleiner ist als das Venusvolk. Das erscheint uns sonderbar, denn vor ein paar Wochen, als die beiden Biens, Mars und Venus, bei uns eingezogen sind, war das noch umgekehrt. Nun fragen wir uns natürlich, ob da irgendwas nicht stimmt, ob Manaa womöglich ausgezogen oder tot ist ….

WIE STELLT MAN ALSO FEST, OB DIE KÖNIGIN ANWESEND IST?!

Nachfragen bei unserer Imkermeisterin haben folgendes ergeben: Zum Verifizieren der Anwesenheit Ihrer Majestät, der Königin, prüft man die Brutwaben auf frische unverdeckelte Brut! Sind kleine Larven anwesend, wurden diese vor Kurzem von der Königin gelegt. ERGO: Die Gute ist anwesend und mag sich einfach nur nicht zeigen.  Sollte dies NICHT der Fall sein, ist die Königin höchstwahrscheinlich fort. Sofern auch keine Weiselzellen vorhanden sind, ist das Volk nun Führerinnenlos!

Bei der nächsten Durchsicht werden wir diesen Sachverhalt prüfen. Sollte sich herausstellen, dass Manaa tatsächlich weg ist, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Eine neue Königin ins Volk einführen oder
  • Das Volk mit einem anderen fusionieren

Es bleibt spannend – Fortsetzung folgt …..

 

 

Bild

Schlachtfeld

Das Sonnenvolk wurde seiner Männer beraubt.

*Resumee eines Genozid von und mit KA*

Heute war kein leichter Tag.
Weder für mich, (KA) noch für die Bienen des Sonnevolkes.
Die Varros treibt uns um – zumindest gedanklich. Wir sind Anfänger und möchten nichts verkehrt machen. Das Drohnenrähmchen ist seit mehr als zwei Durchsichten halbvoll mit Drohnen und vor zwei Tagen haben wir dann beschlossen, es nun doch – wie in der herkömmlichen Imkerei empfohlen – herauszuschneiden, um die Drohnen auf Milbenbefall hin zu untersuchen. Leute und liebe Anfänger, ich sage euch, das ist KEIN SPASS!

Da mir klar war, dass ich die süßen Brutpfelgerinnen von der Platte würde herunter bekommen müssen, bin ich diesmal von vorn herein mit voller Montur zum Einsatz am Kasten angetreten. Und wie erwartet war ziemlich Pogo, als ich die Mädels von ihrer Brut heruntergebürstet habe. So als Beginner ist das schon noch ein spezielles Gefühl, mitten in einer Wolke aufgebrachter Bienen zu stehen, wobei ich wirklich sagen muss, dass das Sonnevolk erstaunlich umgänglich ist. Am Ende des Eingriffs hatte ich einen Stachel im Handschuh hängen …

[ Kleine Randbemerkung: Ich werde eine Minirubrik zum Thema gute Imkerkleidung anfangen, denn da tun sich mittlerweile auch gewisse Erkenntisse über Vor- und Nachteile auf. ]

Aberr das wirklich gruselige Drama begann erst auf unserem Tisch. Normalerweise werden Drohnenplatten ja rausgeschnitten, kontrolliert und dann entsorgt. Nun verhielt es sich bei unserer Probe aber so, dass die Hälfe der Zellen mit  intakten leeren Waben und Bienen belegt war und die sind obendrein auch noch geschlüpft.

kama.bio_Schnitt_in_Drohnenbrutwabe

So sorry, mag sein, dass das jetzt der absolute Gefühlsdusel ist, aber ich hab es nicht fertig gebracht, die soeben erwachenden Bienlein mit zu schlachen. Ich bin mit einer gewissen Respektshaltung dem Leben gegenüber aufgezogen worden und dieser unsinnige Massenmord an Arbeiterinnen um Willen von Varroa-Ergebnissen ging nun nicht auf meine Kuhhaut. Ich habe daher den unteren Bereich auf dem die Drohnenzellen angelegt war, mit einem heißen Messer weggeschnitten. Nebenbei sind dann die frisch geschlüpften Babybienen auf der Platte rumgewimmelt – die hatten damit auch ne vermurkste Kindheit …

kama.bio_Bienen_beim Schluepfen

Alles in allem hat mich dieses Aktion ziemlich depremiert. Mit MA zusammen haben wir etwa ein Viertel der herunter geschnittenen Wabe nach Milben durchsucht und tatsächlich keine gefunden. So gesehen ein Grund zur Freude, aber beim Anblick des Berges toter bzw fast schon lebendiger Bieneriche wollten sich  Glücksgefühle nicht einstellen. Wir haben die armen Jungs im Anschluss an die Fische im Fluss verfüttert, so bleiben sie dem Kreislauf des Lebens zumindest als Enegiespender erhalten.

kama.bio_auf_der-Suche_nach_dem Parasit

kama.bio_Ein_Berg_dohnenlarven_zum_sterben_verurteilt

Ich möchte gerne auf eine Weise mit den Bienen arbeiten, bei der ein solches Morden nicht nötg ist. Seit heute bin ich bei resistantbees.com angemeldet. Die Götter mögen geben, dass wir es schaffen, einen sanften Weg zu finden und zu gehen, gemeinsam mit diesen wunderbaren Lebenwesen und im Sinne der Ganzheitlichkeit der Natur.

Mehr dazu in Kürze auf diesem Kanal  …

Übrigens: Wir haben einen Großteil der versigelten Brut eingefroren. Wenn man jemanden kennt, der angelt, kann der die ungeschlüpften Larven gut als Köder verwenden … so im Sinne der Nahrungskette eben …

 

 

 

 

 

Ans Auge gegangen

KAs erster Bienenstich ins Gesicht.

*Kurzer Leidensbericht von KA*

„Warum tragt ihr denn keine Schutzkleidung?“
Berechtigter Einwand, berechtigte Frage.
Die Antwort muss ich wohl schuldig bleiben, ich kann mich ihr nur annähern. Arbeiten ohne Schutzkleidung ist interessanter – tatsächlich sind die zahm gezüchteten Honigbienen ja auch nicht sonderlich angriffslustig – und vor allem hat man ohne Handschuhe einfach auch mehr Gefühl beim Arbeiten an und mit den Rähmchen.

Nun ist da das Mondvolk. Diese Mädels sind echt ein bisschen taffer als ihre Schwestern in den anderen Stöcken. Sobald wir den Kasten aufmachen, kommen sie an und kucken. Sie schwirren uns mit Vorliebe vor dem Gesicht herum. Was mich zu der Frage bringt, ob Bienen in der Lage sind, das Gesicht als Gesicht und damit als schmerzempfindliche Zone – man denke mal an die Nase beim Bären – einzuordnen, oder ob sie auf gut Glück den Bereich anfliegen, der eben da ist …?

Wie und was auch immer … bei der heutigen Durchsicht hat sich einen Mondianerin entschlossen, der wüsten Eindringliene – also mir – eine zu verpassen und hat mich daher gezielt unter das linke Auge gestochen. Ruhe in Frieden, Kleine!

Bienenstiche im Gesicht neigen aufgrund des sehr weichen Gewebes dazu, stäker anzuschwellen als an anderen Stellen des Körpers. Prost! Ich war ehrlich gesagt auch nachlässig mit der Sofortmaßnahme, habe nur kurz etwas Zwiebel draufgedrückt und mit MA die Durchsicht weiter gemacht und beendet – dann mit Schutzkleidung! Ein Fehler, denn das sofortige Bahandeln ist die beste Medinzin bei Stichen. Somit hatte ich dann das Vergnügen, zwei Tage lang wie eine halbgesichtige Klingonin rumzulaufen … wo ist jetzt der geschwollenes-Gesicht-Smiley?

kama.bio_klingonin_KA

Mein invalider Zustand der folgenden Tage hat mich dann dazu animiert, mich mit den Hausmitteln bei Bienenstichen und den moderneren Methoden wie Homeopathie zu befassen. Mit Schuldmedizin und Pharmankonzernzeugs haben wir es hier nicht so …. Jedenfalls ist dies das Ergebniss meiner Recherche.

Bei Bienenstichen hilft:

  • Sofort reagieren! Gegebenenfalls ’ne Dosis Rescuetropfen schlucken.
  • Zwiebel oder auch Zitrone aufschneiden und mindestens 15 bis 35 Minuten draufdrücken. Scheiben dabei regelmäßig erneuern, und JA! Bei einem Stich unter dem Auge ist ’ne Zwiebel nicht der Hit
  • Im Folgenden mit Essigwasser getränkte Waschlappen Stofflappen einfrieren und damit Kühlen, solang man Zeit und Nerven hat
  • Kühlen mit Kühlpacks oder zerstoßenen Eiswürfeln im Stoff geht auch.
  • Apis Mellifera D12 nehmen: 3 bis 4 Kügelchen unter die Zunge und dort auflösen lassen, das kann man drei- bis viermal am Tag machen.
  • Und zu guter Letzt: Den bite away stick benutzen. Wobei der angeblich seine beste Wirkung bei sofortigem Einsatz nach dem Stich haben soll. Was ist das nun? Dieses kleine Gerät arbeitet über punktuelle Hitze, mit der die Einweiskomplexe des Giftes im Gewebe zerstört werden – also ein physikalisches Mittel. Ich finde die Idee interessant und habe das Ding besorgt. Beim nächsten Stich werde ich testen, ob es hält, was es verspricht.

Das erfahrt ihr dann hier! Bis bald

Menschenbienen – Bienenmenschen

Wie hilfreich es ist, in die Mokassins der Honigbiene zu schlüpfen

Vergleichende Studie mit KA

Es könnte naheliegen zu denken, dass Imkerei sehr viel der Theorie und des theoretischen Wissens bedarf. Und ja – es hat tatsächlich Sinn, sich zu belesen. Für alle Bio- und Alternativimker _innen – ich habe hier eine Bücherliste zum Thema gefunden

Was abgesehen von Pauken jedoch auch helfen kann, um gewisse Vorgänge und Maßnahmen besser zu verstehen, ist die gedankliche Übertragung auf das eigene Leben. Schön als Beispiel, weil derzeit aktuell – die Durchsicht der Kästen:

Stell dir vor, du schläfst mit deinem Mann/mit deiner Frau in eurem Zimmer. Es ist warm, die Luft riecht angenehm nach dem frisch gewaschenen Bettzeug, die Fenster sind zugezogen, kein Lärm dringt herein, ihr liegt im Halbschlaf beieinander, träumt und seid entspannt, während ihr dem Atem des anderen lauscht, nahe neben dem Bett schläft das Baby in seiner Wiege.

Plötzlich reißt jemand Tür und Fenster gleichzeitig auf, so doll, dass die Wände des Zimmers dröhnen und schwanken. Eine Scheibe splittert. Von draußen dringt Lärm von Presslufthämmern herein, eine Welle vom Gestank der Teerbauarbeiten schwappt über das Bett. Längst seid ihr beide hellwach, doch noch immer geblendert von dem vielen Licht. Das Baby schreit. Gesichtlose Gestalten stürmen herein, heben euer Bett in die Luft und drehen es schwankend im Kreis, ehe ihr nach dem Baby schauen könnt, dann nehmen sie einen Windkanal richten ihn auf euch und blasen, sodass eure Bettdecken wegfliegen. Es wird kalt und ihr kriecht schnell freiwillig aus dem Bett heraus – Glück gehabt, sie benutzen keine Besen, um euch zu verteiben und sie kippen das Bett auch nicht herum, sodass ihr unangenehm auf dem Boden aufschlagt. Einer der Eindringlinge nimmt nun eine Sense und zieht das Baby damit aus seiner Wiege, es verschwindet, während ihr gegen den starken Druck des Windkanals anzulaufen versucht. Eine andere Gestalt beginnt, eure Matratze aufzureißen, Kissen und Bettdecken gehen dabei kaputt. Die herumwirbelnden Federn werden abgesaugt, die Decken entfernt, sogar die leere Wiege nehmen sie mit, die Reste der kaputten Matratze bleiben auf dem Bett liegen. Dann zack, mit einem Schlag sind die  Fremden wieder weg. Sie knallen Tür und Fenster hinter sich zu, wieder wackelt der Raum. Der Gestank aus Teer und Schweiß hängt in der Luft, das Baby ist fort, ihr friert, die Augen müssen sich wieder an die plötzliche Dunkelheit gewöhnen, eure Herzen rasen vor Schreck ... BAAAM! Willkommen bei der wöchentlichen Durchsicht!

Natürlich kann man an dieser Stelle argumentieren, dass Menschen keine Insekten sind und  Wahrnhmung und Verhalten doch auch erhebliche Unterschiede aufweisen – sicherlich. Wir sind dennoch der Meinung, dass es hilfreich sein kann, Bienen besser zu verstehen, wenn man das, was man mit ihnen macht, auf das eigene Leben überträgt. Nicht nur, um sich selbst schrecklich mies vorzukommen, sondern auch um gewisse Abläufe besser begreifen und sich merken zu können. Beispiel hierzu: Einen Alt-Königinnen-Ableger bilden.

Sollte der Fall eintreten, dass eure Bienen sich einen Haufen Jungköniginnen herangezogen haben, mit dem deutlichen Anliegen, schwärmen zu wollen, kann es eine nützliche Maßnahme sein, einen Ableger mit der alten Königin zu machen. Dazu sucht und findet man sie, nimmt sie heraus und verlegt sie in einen anderen Kasten. Aber das alleine reicht nicht. Anhand der Übertragung auf das eigene Leben ist es leicht sich zu merken, was dieses Projekt erfolgreich macht. Stell dir vor, man wirft dich aus deiner Wohung und zwingt dich, woanders zu leben. Welche Faktoren würden dazu beitragen, dass du dich damit abfindest?

  1. Familienangehörige & Möbel müssen mit!Klar! Mann, Katze und Couch lässt frau nicht gern zurück. Eine Wabe mit Bienen & Drohnen zieht deshalb mit ins neue Zuhause.
  2. Die Speisekammern sind voll! Perfekt! Kein Stress mit Einkaufen. Ein zwei Waben mit Vorräten aus Pollen und Honig bekommen die Umgesiedelten mit dazu.
  3. Nicht ohne meine Kinder!Logisch! Keine hundert Pferde würden einen halten wo man ist, wenn die Kinder nicht mit dabei sind – deswegen ausreichend Brut mitgeben beim Umzug.
  4. Mama ist die Beste!Genau! Warum gehen, wenn sie hier ist? Sie kocht super und kümmert sich. Bienen sind an den Geruch ihrer Königin gewöhnt, solange sie im Nest ist, werden alle anderen auch dort bleiben.
  5. Ausreichend Platz zum Einrichten!Wunderbar! Schöne große Räume, gut geschnitten, da gehen wir nicht weg. Dem Ableger gibt man am Besten einen leeren Wabenrahmen mit, den die Bienen nach Herzenslust ausbauen und befüllen können.