Bienenwanderung von oben

Bienenwanderung

Aus der Thermobox ins gelobte Nest

*Video, Fotosund Text von KA*

Nachdem wir am 30. April 2017 das geschwärmte Sonnenvolk in einer Thermokiste eingefangen und diese komplett ins neue Nest gestellt hatten, damit das Volk auf die Waben umsiedeln kann, kam nun der Tag, da die Kiste wieder herausgenommen werden musste. Die darauf noch ansässigen Bienen begannen recht schnell in einer Kolonne ihre Bienenwanderung ins gelobte Nest …

NORMALERWEISE sollte man zusehen, dass man beim Einfangen des Scharms einfach die neue Behausung benutzt, was uns wie bereits erwähnt umständlich erschien, weswegen wir uns für den Transport in der Thermokiste entschieden hatten.
Für weniger experimentelle Fremdnutzungsansätze beim Einfangen eines Schwarms eignet sich natürlich auch eine Schwarmfangkiste, die man sogar mit etwas handwerklichem Geschick selbt bauen kann.

Die Benutzung einer solchen hätte uns allerdings keine wunderbar süße Bienenwanderung beschert, wie wir sie kurz nach Abstellen des Thermobox vor dem neuen Nistkasten beobachten konnten.

Bienenwanderung

Der Auszug aus Ägypten … äh … Moment, die Juden sind ja vor dem König geflohen. Das Sonnenvolk jedoch strebt zu seiner Königin zurück. Worauf mag dieses grundsätzlich verschiedene Verhalten wohl zurückzuführen sein?
Auf die Anzahl der Beine? Das Geschlecht ihrer Majestät? Oder das Vorhandensein von Geistesstrukuren, die dogmatisches, machtorientiertes und spalterisches Denken befördern …?
Und da wir gerade dabei sind – was sagt den die Kirche dazu?
Interessanterweise habe ich diese nette Abhandlung entdeckt, die Aufschluss über Bienen in der Bibel und ihren Stellenwert im religiösen Denken und Handeln gibt … man ist geneigt zu Staunen. Wobei ich schon finde, dass Gott dahingehend echt geschlampt hat!
Warum lautet nicht eines der Gebote: Du sollst die Biene schützen?!

Wäre doch interessant zu sehen, was global geschähe, wenn Melifera einen starken Schutzpatron wie die Katholische Kirche hätte und vor jeder Heiligenfigur auf dem Halbrund des Vatikanvorplatzes eine große Bienenkiste stünde ….

  • Aktuelles vom Sonnenvolk

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      Aus der Thermobox ins gelobte Nest *Video, Fotosund Text von KA* Nachdem wir am 30. April 2017 das geschwärmte Sonnenvolk in einer Thermokiste eingefangen und diese komplett ins neue Nest gestellt hatten, damit das Volk auf die Waben umsiedeln kann, kam nun der Tag, da die Kiste wieder herausgenommen werden musste. Die darauf noch ansässigen Bienen begannen recht schnell in einer Kolonne ihre Bienenwanderung ins gelobte … weiterlesen

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      Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017 *Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA* Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber … weiterlesen

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Unser größter Schwarm :)

Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017

*Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA*

Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber er tat es.
Wir alle sahen schon unser geplantes Beltanefest in Schneewehen und Frost versinken, als es am Nachmittag desselben Tages zu Regnen begann und die weiße Pracht dank geneigter Wassergötter bis zum nächsten Tag weggespült war.
Das war dann nun ein Frühlingsfest mit buchstäblichem Lichtschaltereffekt – klick klack: aus dem Schnee ins pralle Leben. Für unsere Bienen war es natürlich ein mittelschwerer Gau, dass plötzlich sämtliche Frühblüten erfroren waren …

Unberirrt, die Summsen!

Doch auch das Wetterextrem hielt das Sonnenvolk – allen voran ihre Majestät Königin Sonija – nicht davon ab, in die Welt hinaus zu ziehen, und so schwirrte am 30. April pünktlich zum Maibeginn ein großer Schwarm honigrunder Bienen von unserem Balkon fort und freundlicherweise in den Hollabaum neben einem Schuppen gegenüber.
Wir danken euch dafür! Sonija hätte sich schließlich auch die 20-Meter-Birke oder 23-Meter-Kastanie daneben aussuchen können, aber sie bevorzugte die Holla, und zudem eine für uns äußerst angenehme Arbeitshöhe, was die schöne Nebenwirkung hat, dass man den Baum durch Astabsägen oder sonstige Manöver nicht verletzen muss.

Willkommen SOLARIS! Vom Schwarm zum Volk

Kürzlich haben wir noch den Verlust von MOND und MARS betrauert, heute jubeln wir über die Geburt von Solaris, das im Nest verbliebene Sonnenvolk. Da Sonija, die König des Sonnesvolkes mit ihm gezogen ist, behält es natürlich seinen Namen, bekommt aber einen nigelnagel frischen Nistkasten. Im Sinne von Stamm und Tradition haben wir beschlossen, alle Schwärme des Sonnenvolkes mit Sonnennamen in verschiedenen Sprachen zu benennen, und die von Venus ebenso. Das wird noch spannend werden, herauszufinden, ob es andere Bezeichnungen für die Göttin der Schönheit und Liebe gibt, und falls nicht, werden wir wohl kreativ werden müssen und uns Namen wie Venusa und Venedig einfallen lassen
Solaris Königin bekommt jedenfalls den Namen Sunila.

Und wieder die Anfänger!

Nun war es schon so einfach mit dem Schuppendach und trotzdem haben wir die Einsammelaktion zu gewissen Teilen verzapft. In Ermangelung an praktikablen Nistbehältnissen (eine Dadant-Beute ist einfach schrecklich einzelteilig, unhandlich und damit unpraktisch, zumindest wenn man den Bien darin eine schmale Hühnertreppe zum Dach hochtragen muss) haben wir uns schließlich für eine Isolierkiste unseres Biolieferservices entschieden. Die hat ein gutes Format, Griffe und einen verschließbaren Deckel.

Da die Bienentraube in ihrem Gaga-Schwärmdelirium bereits auf das Dach gefallen war, bestand die erste Herausforderung darin, Sonija im Schwarm zu finden und sie dann mit möglichst vielen Bienen in die Kiste zu befördern. Gesegnet sein unsere Imkerkollegen, die der Guten einst einen blauen Punkt verpasst haben, damit konnten wir sie schnell im Gewimmel entdecken. Mit den Händen haben wir erst sie und dann Händeweise Bienen in die Kiste geschaufelt – WAS FÜR EIN ERGREIFENDES GEFÜHL – und den Deckel einen Spalt offen stehen lassen, damit der Rest noch hinterher wandern kann.

Aliens fangen einen Schwarm

In Raumfahrermontur und mit Thermokiste auf Schwarmfang

Die recht kühle Nacht hat dann den Rest besorgt und am nächsten Morgen in aller Fraugöttinenfrühe mussten wir den Deckel einfach nur noch zumachen und das Sonnenvolk hinauf zu seinem neuen Wohnort auf dem Flachdach bringen. Nun klebten die zwei Kilo Bienen aber hauptsächlich als Traube am Deckel und bedeckten in einer wabernden Schicht sämtliche Innenwände, was zwar herzzerreißend kuschlig anmutet, aber natürlich dem Umzug nicht sonderlich dienlich ist.
Wir sind solche Memmen-Umzugshelfer und hatten keine Muße die Bienen morgens in der Kälte aus der schicken warmen Kiste rauszuschlagen und rauszufegen. Und der DIN-Norm sei Dank passte die graue Thermokiste genau neben die vier Waben in den Dadant-Kasten.
KA hat also in einem Akt zenistischer Fokussierung die Bienen vom Deckel in die Kiste geschlagen und MA hat schlicht und ergreifend das Dach draufgemacht, ehe überhaupt eine von den Ladies sich in einem aufgebrachten Flugmanöver ereifern konnte.
Ein paar besonders Anhaftende waren auf dem Deckel verblieben, die haben wir dann kurzum vor den Eingang gekehrt, wo sie eine Weile als Träubchen zusammenkauerten und gegen Mittag bereits dann in den neuen Bau eingezogen waren.

Nun sind wir gespannt, ob wir und unser Biohändler die Thermokiste je wieder bekommen wird
Es bleibt demnach wie immer spannend …

Auf bald

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      Aus der Thermobox ins gelobte Nest *Video, Fotosund Text von KA* Nachdem wir am 30. April 2017 das geschwärmte Sonnenvolk in einer Thermokiste eingefangen und diese komplett ins neue Nest gestellt hatten, damit das Volk auf die Waben umsiedeln kann, kam nun der Tag, da die Kiste wieder herausgenommen werden musste. Die darauf noch ansässigen Bienen begannen recht schnell in einer Kolonne ihre Bienenwanderung ins gelobte … weiterlesen

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      Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017 *Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA* Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber … weiterlesen

    • Räuber und Beraubte

      Von der sanften Honigsammlerin zur wilden Plündererin *Video & Text von KA* Es wird geplündert und gemordet. Es wird sich bedrängt und beraubt. Was sich im ersten Moment nach einem Krisengebiet in Nahost anhört, findet in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung statt – auf, in und vor unseren Bienenkästen. Der Pollen ist alle, der Nektar versiegt, die Blüten am verwelken, die Natur bereitet sich zunehmend auf die … weiterlesen

 

Video

Räuber und Beraubte

Von der sanften Honigsammlerin zur wilden Plündererin

*Video & Text von KA*

Es wird geplündert und gemordet. Es wird sich bedrängt und beraubt. Was sich im ersten Moment nach einem Krisengebiet in Nahost anhört, findet in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung statt – auf, in und vor unseren Bienenkästen.

Der Pollen ist alle, der Nektar versiegt, die Blüten am verwelken, die Natur bereitet sich zunehmend auf die Winterruhe vor. Dies ist die Zeit, in der sich die süße Honigbiene von ihrer wilden und rauen Seite zeigt. Unsere Mädels tragen sich gegenseitig den Honig aus dem Stock, obwohl wir bis zum Erbrechen eingefüttert haben. Auch die Wespen mischen ordentlich mit …

Dumm & Dümmer

Am Anfang war die Ahnunglosigkeit …

*Ein schmerzliches Erfahrungsprotokoll von KA*

Wie entnimmt man Rähmchen im laufenden Betrieb? Unsere Imkerpaten hatten uns für den Umzug der Völker einige ihrer Waben mitgegeben. Nun war die Zeit gekommen, sie zurückzugeben. Für die Vergesslichen unter den Imkerin_innen taugt es definitiv, sich kleine Notizen oder Arbeitspläne zu machen, damit man nicht etwas vergisst, wenn man an den offenen Kästen arbeitet. WIR ERINNERN UNS: Jedes Öffnen der Kästen stresst die Biens und bringt ihre Nesttemperatur durcheinander, daher sollten die invasiven Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.

Die letzte Durchsicht war nur drei Tage her, aber unser liebes Sonnenvolk musste nun noch mal herhalten. In ihrem Brutnest befinden sich einer der Baurahmen und zwei Honigrähmchen, die zurück gehen sollen an unsere Imkerpaten. Nun sind auf so einer Platte ja sehr viele Bienen und wir in unserer Einfalt denken uns – „BOAH, die da jetzt alle runterkehren und runterschlagen ist ja voll krass, lass uns die Rahmen doch einfach neben den Kasten stellen, dann krabbeln die schon alle zurück ….“

JA, denkste, du Mensch!!!

Als wir nach ein paar Stunden wieder nach den Sonnjanern geschaut haben, war auf unserem Balkon der totale Pogo ausgebrochen. Die Bienen wimmeln wie wild auf den Waben herum, vielen von ihnen fliegen umher. Es schien auch, als wären fremde Bienen dazu gekommen, um Honig wegzutragen – das bedeutet richtig Stress!!!

Was als Versuch der sanften Umsiedelung begann, endete in einem weiteren Öffnen des Kastens, dem akribischen Herunterkehren und Herunterrauchen von lauter aufgebrachten und genervten Bienen und mündete in der bitteren Einsicht, dass gemäßigte Gewaltanwendung in Form eines Besens, zuweilen nicht vermieden werden kann. Der Stress war für den Schwarm so natürlich weit größer, viele lagen am Abend tot vor dem Bau ….

Es folgt daraus unser erstes ausdrückliches NOGO:

  • Keinen Honig neben den Kasten stellen
  • Bienen bei Veränderungen in ihrem Nest so gut es geht in ihren Kasten zurück  befördern

Liebes Sonnenvolk, es tut uns leid, dass wir solche Einfaltspinsel_innen sind! Wir hoffen sehr, dass ihr euch recht bald von unserer Dummie-Aktion erholt und danke, dass ihr solche Geduld mit uns habt und nicht geschlossen über uns herfallt …

Die aus dem Baurahmen herausgeschnittenen Wabenzellen haben wir übrigens wieder in das Nest eingepflegt, indem wir die Platte mit den verdeckelten Larven in einen leeren Rahmen von uns hineingestellt haben. Damit zumindest konnten weitere Opfer vermieden werden … Ein interessantes anderes Thema an dieser Stelle ist die ORDNUNG der WABEN im NEST. Infos dazu gibt es hier!

Und zwei FRAGEN stellen sich:

  • Haben die Bienen so aufgebracht reagiert, wegen des Honigs und des Honigraubes? Sprich: Wenn dort nur ein Brutrahmen gestanden hätte, hätten sie diesen dann irgendwann verlassen und wären in ihr Nest zurückgekehrt?
  • Wie lange kann eine verdeckelte Bienenlarve eigentlich außerhalb ihres Nest ohne die richtige Temperatur überleben?

 

Bild

Schlachtfeld

Das Sonnenvolk wurde seiner Männer beraubt.

*Resumee eines Genozid von und mit KA*

Heute war kein leichter Tag.
Weder für mich, (KA) noch für die Bienen des Sonnevolkes.
Die Varros treibt uns um – zumindest gedanklich. Wir sind Anfänger und möchten nichts verkehrt machen. Das Drohnenrähmchen ist seit mehr als zwei Durchsichten halbvoll mit Drohnen und vor zwei Tagen haben wir dann beschlossen, es nun doch – wie in der herkömmlichen Imkerei empfohlen – herauszuschneiden, um die Drohnen auf Milbenbefall hin zu untersuchen. Leute und liebe Anfänger, ich sage euch, das ist KEIN SPASS!

Da mir klar war, dass ich die süßen Brutpfelgerinnen von der Platte würde herunter bekommen müssen, bin ich diesmal von vorn herein mit voller Montur zum Einsatz am Kasten angetreten. Und wie erwartet war ziemlich Pogo, als ich die Mädels von ihrer Brut heruntergebürstet habe. So als Beginner ist das schon noch ein spezielles Gefühl, mitten in einer Wolke aufgebrachter Bienen zu stehen, wobei ich wirklich sagen muss, dass das Sonnevolk erstaunlich umgänglich ist. Am Ende des Eingriffs hatte ich einen Stachel im Handschuh hängen …

[ Kleine Randbemerkung: Ich werde eine Minirubrik zum Thema gute Imkerkleidung anfangen, denn da tun sich mittlerweile auch gewisse Erkenntisse über Vor- und Nachteile auf. ]

Aberr das wirklich gruselige Drama begann erst auf unserem Tisch. Normalerweise werden Drohnenplatten ja rausgeschnitten, kontrolliert und dann entsorgt. Nun verhielt es sich bei unserer Probe aber so, dass die Hälfe der Zellen mit  intakten leeren Waben und Bienen belegt war und die sind obendrein auch noch geschlüpft.

kama.bio_Schnitt_in_Drohnenbrutwabe

So sorry, mag sein, dass das jetzt der absolute Gefühlsdusel ist, aber ich hab es nicht fertig gebracht, die soeben erwachenden Bienlein mit zu schlachen. Ich bin mit einer gewissen Respektshaltung dem Leben gegenüber aufgezogen worden und dieser unsinnige Massenmord an Arbeiterinnen um Willen von Varroa-Ergebnissen ging nun nicht auf meine Kuhhaut. Ich habe daher den unteren Bereich auf dem die Drohnenzellen angelegt war, mit einem heißen Messer weggeschnitten. Nebenbei sind dann die frisch geschlüpften Babybienen auf der Platte rumgewimmelt – die hatten damit auch ne vermurkste Kindheit …

kama.bio_Bienen_beim Schluepfen

Alles in allem hat mich dieses Aktion ziemlich depremiert. Mit MA zusammen haben wir etwa ein Viertel der herunter geschnittenen Wabe nach Milben durchsucht und tatsächlich keine gefunden. So gesehen ein Grund zur Freude, aber beim Anblick des Berges toter bzw fast schon lebendiger Bieneriche wollten sich  Glücksgefühle nicht einstellen. Wir haben die armen Jungs im Anschluss an die Fische im Fluss verfüttert, so bleiben sie dem Kreislauf des Lebens zumindest als Enegiespender erhalten.

kama.bio_auf_der-Suche_nach_dem Parasit

kama.bio_Ein_Berg_dohnenlarven_zum_sterben_verurteilt

Ich möchte gerne auf eine Weise mit den Bienen arbeiten, bei der ein solches Morden nicht nötg ist. Seit heute bin ich bei resistantbees.com angemeldet. Die Götter mögen geben, dass wir es schaffen, einen sanften Weg zu finden und zu gehen, gemeinsam mit diesen wunderbaren Lebenwesen und im Sinne der Ganzheitlichkeit der Natur.

Mehr dazu in Kürze auf diesem Kanal  …

Übrigens: Wir haben einen Großteil der versigelten Brut eingefroren. Wenn man jemanden kennt, der angelt, kann der die ungeschlüpften Larven gut als Köder verwenden … so im Sinne der Nahrungskette eben …

 

 

 

 

 

Kurzmitteilung

Mit besten Grüßen …

Flüssiges Gold für Mars und Venus

Heute am 29. Mai 2016 steht eine erste Durchsicht von Mars und Venus an. Gestern hatte es geregnet, da haben wir den Termin verschoben. Das Marsvolk bekommt jetzt eine Honigwabe vom Sonnenvolk in seinen Honigkasten gehängt, damit sie sich annimiert fühlen, ihre Speisekammer besser anzunehmen – TIPP von unserer lieben Adleheid

Hier ein Blick in den Brutraum vom Marsvolk.

kama.bio_mars_bienen

Die Venusienen bekommen Honig vom Mond …. Hier ein Blick in den Brutraum der edlen Weiberwirtschaft. Sie sind bislang das kleinste Volk, dafür hat ihre Königin einen hübschen blauen Punkt auf dem Rücken

kama.bio_venus_Bienen

Sonnenvolk trauert um Bienenkönigin

Eine erste tote Königin

*Impressionen von KA*

Beim kürzlichen Durchsehen des Sonnenvolknestes hat MA eine Weiselzelle aufgespürt und diese entfernt. In diesen extra großen Waben werden Königinnen herangezüchtet, indem die Larve von den Bienen mit Gelee Royal gefüttert wird. Ein hochpotentes Serum, das die Bienen herstellen und das den Organismus der heranwachsenden Biene auf „Königin“ einstellt, und laut MAs Angaben wie Sperma riecht.

Um das Volk am Schwärmen zu hindern bzw von dieser Idee abzubringen, werden im gängigen Imkerei-Prozedere diese Weiselzellen mit den ungeborenen Königinnen entfernt. Ein Schwarm schwärmt indem er sich teilt jedoch nur mit einer neuen Königin, ohne diese fehlen „den Expansionisten“ die Orientierung und die Nachwuchseierlegerin. Dieses Regularium macht sich die Imkerei zu Nutze, indem sie dafür sorgt, dass die Schwärm-Königin fehlt. Grundsätzlich liegt es da nahe zu sagen: Ja, das hört sich ziefführend und effizient an, denn weniger Bienen im Bau bedeutet weniger Honig. Da tut man doch gut dran, den Schwarm zusammenzuhalten in seiner Kiste.

Für MA und mich ist das zwar auch nachvollziehbar, trotzdem entspricht dieses Vorgehen nicht der Art wie wir fühlen und wie wir versuchen, in der Welt zu sein und zu handeln. Schlimm genug, dass wir den Bienen ihren Honig klauen, dann gehen wir auch noch her und stören sie in ihrem natürlichen Rhythmus, weil wir ihnen gerne noch mehr Honig klauen möchten.

Ein Argument wäre es zu sagen: Na unter den heutigen Umständen, wenn die Bienen ohne ihren Imker ohnehin nicht überleben können, hat es doch Sinn, sie beisammenzuhalten. Was ist das Leben einer (oder mehrerer) Königin_nen im Gegenzug zum Überleben eines ganzes Volkes?

INTERESSANT: Man kann bei sechsbeinigen Lebenwesen genau dieselben moralisch-ethnischen Ansätze diskutieren wie bei Zweibeinern.

Das macht es nicht unbedingt leichter!

Zunächst sei mal gesagt: Ja, wir betrachten diese Dinge stets auch im großen Maßstab. Die Bienenpopulation leidet erheblich unter den Zuständen unserer gegenwärtigen Zeit, es geht seit ein paar Jahren tatsächlich um das generelle Überleben einer ganzen Art. In diesem Maßstab spielten 10 oder 100 ermordete Larven natürlich keine erhebliche Rolle. Dieses Thema betrifft vorrangig den Umgang mit dem Leben an sich, es zielt auf jenen Ort im Inneren, wo wir das Empfinden verankert haben, dass wir selbst Teil eines gigantischen wundersamen  Mechanismus‘ sind.

Indem wir uns damit beschäftigen, ob es Alternativen zum Königinnenmord gibt, möchten wir nicht die Verfahren der Imkerei negieren und unsinnig in Frage stellen. Es ist viel mehr unser Anliegen, unsere persönliche Wahrnehmung diese Dinge betreffend zu veranschaulichen und zu kommunizieren. Natürlich ist uns bewusst, dass gewisse Methoden tradiert und nützlich sind, dass es seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden gemacht wird, wie es eben gemacht wird. Wir wollen nicht die Imkerei revolutionieren oder umkrempeln, wir sind lediglich Teil einer Revolution in unseren eigenen Herzen.

Jeder soll seine Bienen hüten wie er oder sie es möchte. Unsere Herzen wollen mit uns Bereiche durchwandern, die bislang womöglich unentdeckt waren, weil die Zeit noch nicht reif war. Wir möchten mit den Bienen als gleichberechtigte Wesen leben, um herauszufinden, was sie uns jenseits von Honig und Wachs mitgeben wollen. An diesem Abenteuer werden wir euch so weit wir können teilhaben lassen.

 

 

 

Die Expansion des Sonnenvolks

Viele viele bunte Bienen …

Das Sonnenvolk auf unserem Balkon ist am 16. Mai eingezogen, heute am 21. Mai hat MA den Honigraum oben aud den Brutraum aufgesetzt und bei der Gelegenheit einen Blick in den Kasten geworfen.

kama.bio_das_Sonnenvolk_expandiert

Das kommt einem als Anfänger erst mal wie sehr sehr viele Bienen vor. Nun sind wir auf der Suche nach möglichen Gründen für diese Expansion. Beziehungsweise stellen wir uns eine Menge Fragen, die sich mangels Erfahrung auftun …

  1. Das ist ganz normal – alles neu macht der Mai?
  2. Sie sind bei guter Gesundheit und gedeihen und bauen im Sinne ihrer Gattung fleißig ihr Zuhause aus?
  3. Sie hungern, weil es derzeit nicht genügend Pflanzen gibt, die in Blüte stehen, und sitzen deshalb alle in ihrem Nest?
  4. Ist das womöglich ein Anzeichen, dass sie bald schwärmen wollen?

Aufschlussreiche Antworten in Kürze auf diesem Sender! 

Nach einem ausführlichen Gespräch mit Adelheid vom Schleiferhof hat sich folgendes herausgestellt:

Die Honigwaben, die noch im Brutraum hängen, müssen nach oben in den Honigraum und die Weiselzellen – in denen werden Königinnen heran gepeppelt – müssen entfernt werden. Zu gut deutsch: die ungeborenen, noch im Werden begriffenen Königinnen müssen getötet werden.

Wahrscheinlich ist das so ein typisches Anfängerding …. aber ich finde diese Methode martialisch. Womöglich stumpft man mir der Zeit gegen dieses Vorgehen ab – Ungeborene zu töten – vllt aber auch nicht …  und vllt muss das einfach sein ?! …

Wir werden diese Fährte weiter verfolgen, denn so wie sich die Dinge mir bislang darstellen, gibt es ein Imkern im Sinne der effizienten Honiggewinnung und neben diesem Hauptweg verläuft ein schmaler Pfad, der sich mit der Biene, ihrem Schwarm und dessen natürlichem Gedeihen befasst.

Bestimmt wird es lehrreich sein, auf beiden Wegen zu gehen und sie ggf eines Tages zusammenzuführen, auf der Suche nach einer Frage auf die Antwort, ob man um den strategischen Königinnenmord irgendwie herumkommen kann.

Es bleibt spannend.

INTERESSANT: In den Kreisen der Imker wird gesagt, dass die Honigbiene, besonders jene Arten, die zu Honiggewinnung hauptsächlich herangenommen werden (Carnica & Buckfast), ohne den Menschen heute nicht mehr überlebensfähig wären aufgrund der hohen Belastungen, von denen ein Bienenleben dieser Tage betroffen ist – Chemie auf Monokulturfeldern, kaum noch Nistplätze, eingeschleppte Parasiten etc. Was einst eine freiwillige Symbiose war, ist somit zu einer Art Zwangsehe geworden. (Wo ist eigentlich das „Sapiens“ beim Homo Sapiens geblieben???)

 

Video

Das Sonnenvolk

Erster Tag im neuen Zuhause

Der Schwarm ist voll auf Touren … Er beginnt sich am ersten Tag neu zu orientieren.

Muss man sich mal vorstellen, du stehst morgens auf, gehst in die Küche; Herd, Spühle und Kühlsschrank stehen nicht mehr am selben Platz, alle Gegegenstände – Geschirr, Besteck, Teller, Tassen, Eierbecher –  wurden umgeräumt und das Essen hat plötzlich andere Verpackungen … so in etwa fühlt sich das für einen frisch umgezogenen Schwarm an … schönen Dank auch!

kama.bio_Das Sonnenvolk in seinem neuen Zuhause (erster Tag) from KAMA on Vimeo.#

Aufgrund der Einschränkungen bei Vimeo ist es eventuell manchmal nicht möglich, dass Video auf einem mobilen Gerät anzuschauen – tut uns leid, über jeden PC geht es ganz problemlos. Vllt machen wir auch noch einen YT-Channel … mal sehen …

Einige Tage später – am 21. Mai – hat MA in den Kasten des Sonnenvolks reingeschaut, was da los war, erfährst du hier!