Königin Phoebe und ihre Stifte

Wie viele Narren hält ein Bienenhofstaat aus?

*Text & Einsichten von KA, Fotos von MA*

An einem wunderschönen sonnigen Tag Mitte Juni beschlossen wir – MA und KA – nachzuschauen, ob das Umweiseln der  beiden Völker Venus und Phoenix gelungen war, die aus unerfindlichen Gründen ihre Königinnen verloren hatten. Nachdem wir rund 2,5 Wochen zuvor zwei junge, vitale Königinnen – Phoebe und Venija – zugesetzt hatten, schien es uns ein guter Zeitpunkt, um die Ergebnisse dieses nicht ganz risikolosen Unterfangens zu untersuchen. Umweiseln machen die Bienen für gewöhnlich nur dann, wenn eine alte Königin nicht mehr fähig ist, genügend Eier zu legen und das Wohl des Volkes auf dem Spiel steht.
Als Imker und Bienenhalter greifen wir mittels Umweiseln im Grunde in den natürlichen Sterbe- bzw. Auflösungsprozess eines Bienenvolkes ein, der ohne eine Königin oder genügend Brut zum Nachziehen einer solchen natürlicherweise zu Grunde gehen würde.

Und wie so manches Mal wurde auch diese Durchsicht nach dem Umweiseln zu einem unentbehrlichen Lehrstück.

Nachdem das Einsetzen der Damen noch recht gut geklappt hatte, standen wir rund 17 Tage später vor demselben Problem wie an jenem Tag vor über vier Wochen als wir den Verlust der beiden Königinnen bemerkt hatten.
Weder bei Phönix noch bei Venus konnten wir Brut feststellen. Zudem waren sehr wenige Bienen auf den Waben, dass es fast den Anschein hatte, als wären sie allesamt eben ausgezogen.
Was also tun?
Da Venus über erhebliche Vorräte verfügte, beschlossen wir, ihnen noch eine weitere Chance zu geben, indem wir ihnen eine Wabe voll mit frischer Brut hineinhängten. Wenn sie eine zugesetzte Königin nicht akzeptiert haben, womöglich wäre es ihnen ja dann genehm, sich selbst eine nachzuziehen?
Der Verlauf dieser Unternehmung bleibt wieder abzuwarten ….

Getrieben von unseren Erfahrungen aus dem letzten Jahr mit dem Marsvolk, das sehr klein gewesen war und aufgrund des langen Winters erfroren war und das wir besser hätten auflösen sollen, als noch Zeit gewesen war, entschieden wir uns, diesen Fehler beim Phoenix Volk nicht zu wiederholen, da auch sie klein, schwach und weisellos im Grunde keine Chance hatten, weiter zu bestehen.
Als wir jedoch schon dabei waren, die Bienen von Phoenix zu Venus dazuzukippen, bemerkte KA plötzlich, dass auf einer der Waben ein Bienlein schlüpfte und schaute daher noch mal  genauer hin ….

Ein Stift – ein frisch gelegtes Bienenei – ist winzig

Doch sie sind da, eine Wabe voll mit Eiern – ergo es muss eine Königin im Volk sein. Fraglich ob sie das nach dem ganzen Theater immer noch ist, aber sofern Phoebe nichts zugestoßen ist durch den Einsatz ihrer beiden ahnungslosen Hofnarren, die sich da Imker nennen, hat Phoenix natürlich eine reale Chance, sich zu stabilisieren. Natürlich haben wir sofort den Bau wieder hergestellt. Einzig zu unserer Entschuldigung anzubringen ist wohl der Umstand, dass kleine, weiße Eier in weißen Plastikzellen wirklich verdammt schwer zu erkennen sind, ansonsten hoffen wir nun inständig, dass Phönix diesen schrecklichen Eingriff verkraftet.

Der Lebenswille von Bienenvölkern ist zwar herausragend, aber Wille ist eben leider auch nicht alles …

 

Bienen in der Frühjahrssonne

Wir Party – Ihr Putzen!

*Fotos & Text  & Erleichterung von KA*

Mitte Februar 2017 und alle vier KAMA-VÖLKER sind am Leben!!!!
JUCHUUUUU! Unsere Erleichterung ist maßlos. Vorallem die Marsianerinnen haben uns Sorge bereitet, weil sie im Herbst so klein waren, zudem ist ihre Königin, Somana, eine Herbstkönigin und hat möglicherweise nicht mehr genug Drohnen zur Paarung abbekommen, weil es schon recht spät im Jahr war. Ergo: Weniger Eier = weniger Bienen = weniger Wärme im Winter. Deswegen haben wir ihren Bau isoliert und das scheint geholfen zu haben. Je weniger Wärme die Bienen selbst erzeugen müssen umso besser die Überlebenschance eines Volkes … unter der Isomatte war es auch an kalten und wolkigen Tagen immer gut fünf Grad wärmer … und lustig sieht es auch aus

INTERESSANT: Die Bienenkönnigin fliegt zum Beginn ihrer hoheitlichen Eierlegemaschinen-Karriere hinaus aus dem Nest und paar sich mit den Drohnen, die sie am Drohnensammelplatz findet. Die abertausend Spermien, die sie dabei bekommt, SPEICHERT SIE!!! – JA, die Königin speichert sie in ihrem Körper !!! – für den Rest ihres Lebens, das mit unter bis zu vier Jahren währen kann. Anhand ihrer Entscheidung, eines ihrer Eier mit einem Spermium zu befruchten, entstehen im Folgenden Arbeiterinnen oder eben unbefruchtet: Drohnen.

       

Links im Bild das Sonnenvolk – unsere Überfliegerinnen. Weil sie so viel Honig drin hatten, haben wir den zum Einwintern unter ihren Schwerstervölkern aufgeteilt.
Rechts das Mondvolk – wie immer etwas sonderlich … Was haben die da in der Gruppe schon wieder zu bequakeln die Mädels?
Ob Somana im kommenden Jahr einen großen Schwarm hervorbringen kann, werden wir noch sehen. Momentan sind wir erst mal überglücklich, dass alle Schwärme wohl auf sind. Besonders die Venusen waren aktiv, daher ein kleiner Aussschnitt von ihrem regen Treiben vor dem Nest. Da Bienen in dieser Jahreszeit kaum Nahrung finden, fliegen sie vorrangig raus, um sich zu erleichtern. Bienen speichern ihre Exkremente, sie kacken – zu gut Deutsch – nicht ihre Bude voll :D.
Es werden auch die Verstorbenen hinausbefördert.
Wir konnten beobachten, dass sie sich oft sogar die Mühe machen, eine tote Artgenossin fünfzig bis hundert Meter hinüber zum Feld zu schleppen, wo sie sie dann der Erde überantworteten. Auf diese Weise bleibt alles erhalten, denn Insekten bilden einen großen Anteil der Biomasse in gesunden Ökosystemen.

Na dann – Prost Frühjahr!

kama.bio_Venusvolk_Bienen_Februar_2017 from KAMA on Vimeo.

Bienenpogo auf dem Anflugbrett

Gruppen-Chillout vor der Tür

*Foto von MA & Text von KA*

kama.bio_venus_Bienen_Binenvolk_aktiv_Sommer

Unsere süßen Venusen, die haben Freude an ihrem Leben! Sie sind binnen Wochen vom schwächsten Volk zum dritt stärksten geworden, damit haben sie den Marsianerinnen den Rang abgelaufen, die sich zurzeit eine neue Königin nachziehen.

Was hier  (siehe Foto) genau los ist, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen. Wenn die Sonne auf den Kasten scheinen würde, könnte man meinen, dass die Venusen wegen der Temperaturregulierung im Nest draußen vor der Tür rumhängen Aber da schon Abend ist, ist dieses Massenkuscheln auf dem Anflugbrett eher nicht darauf zurückzuführen und ein spannendes, bislang erstmaliges Phänomen …

Zur Temperatur im Bienennest lässt sich generell folgendes sagen:

Um ihr Nest bei heißen Temperaturen im Sommer zu kühlen, verlassen Bienen den Stock und schwirren vor dem Kasten herum – weniger Bienen auf den Waben = weniger Bewegung = weniger Reibung = weniger Wärme … einfach angewandte Physik Beim Sonnenvolk können wir das immer wieder schön beobachten; auch, wie sie mit den Flügeln kühle Luft hineinfächeln. Wir haben ihnen zur Unterstützung eine mit Ästen geschützte Wasserschüssel unter den Kasten gestellt. Das dort verdunstende H2O mäßigt die Temperatur an ihrem Standort auf unserem Balkon ein wenig, denn dort knallt um die Mittagszeit die Sonne zuweilen ziemlich drauf.

Den Anflugkeil sollte man spätestens bei einem solchen Verhalten der Bienen entfernen, um ihnen das Kühlen ihres Stocks zu erleichtern. Immer schön cool bleiben, alle miteinander!

 

 

Kurzmitteilung

Mit besten Grüßen …

Flüssiges Gold für Mars und Venus

Heute am 29. Mai 2016 steht eine erste Durchsicht von Mars und Venus an. Gestern hatte es geregnet, da haben wir den Termin verschoben. Das Marsvolk bekommt jetzt eine Honigwabe vom Sonnenvolk in seinen Honigkasten gehängt, damit sie sich annimiert fühlen, ihre Speisekammer besser anzunehmen – TIPP von unserer lieben Adleheid

Hier ein Blick in den Brutraum vom Marsvolk.

kama.bio_mars_bienen

Die Venusienen bekommen Honig vom Mond …. Hier ein Blick in den Brutraum der edlen Weiberwirtschaft. Sie sind bislang das kleinste Volk, dafür hat ihre Königin einen hübschen blauen Punkt auf dem Rücken

kama.bio_venus_Bienen

Galerie

Mars und Venus

Noch mehr Mitbewohner!

In der Nacht von Sonntag auf Montag sind die beiden neuen Völker Mars und Venus auf unserem Flachdach eingezogen. Obwohl es heute recht kalt ist, sind die Bienen aktiv.

kama.bio_Marsianer_Tag_1

Hier im Vordergrund sieht man die Marsianer – das gefällt mir wiklich – dahinter ist der Kasten der Venusen.

Das Ganze sieht dann so aus. (Man beachte die wunderschöne Bepflanzung von David) Linkerhand das Mondvolk. Dahinter der Durchgang zu unserem Speicher. (Ich glaube, die Wand streich ich noch weiß diesen Sommer, sobald das Fenster drin ist …)

kama.bio_Bienen_Flachdacht_Mond_Mars_Venus

Das Venusvolk ist laut Adelheids Angaben etwas kleiner, dann haben wir nicht so viel Stress damit (WIR ARMEN ANFÄNGER!! ) Wir sind gespannt, wie es sich entwickeln wird. In den nächsten 5 bis 7 Tagen steht die erste Durchsicht der Neuankömmlinge an.