Kurzmitteilung

Das Schicksal der Varroa

Vom Drama der Vernichtung bei Milben und Bienen

*Foto & Überlegungen von KA*

Seit MA und ich uns mit den Bienen befassen, haben wir beide unabhängig voneinander das Gefühl, dass es uns zuwider ist wegen der Varroa, Säuren und Gifte auf die Mädels draufzukippen. Diese Aussage ruft bestimmt im Hauptteil der Imkerschaft Reaktionen wie „Das ist unverantwortlich“ und „Ohne Behandlung gehen die Völker ein“ hervor. Ob man will oder nicht, bringt einen das Thema Varroabehandlung an den Punkt, wo emotionale/rationale Betroffenheit und das generell tot geschwiegene Gefühl der Ohnmacht und das Wissen, dass wir (als Menschen)  gewaltig was verbockt haben, aufeinandertreffen. Jede_r Imker_in muss und wird aus daraus seine/ihre eigenen Schlüsse für ihren Umgang mit den Biens ziehen.

Für MA und mich hat sich schnell heraus kristallisiert, dass wir mit der Bienenhaltung in eine Richtung gehen wollen, in der wir der Biene helfen zu lernen, sich selbstständig  sinnvoll mit der Parasitensituation auseinanderzusetzen.  Wichtig bei diesem Ansatz ist vor allem die Frage: Wie kann es sein, dass ein Jahrmillionen altes Geschöpf nicht in der Lage ist, sich an eine Veränderung seiner Umwelt anzupassen? Meint: Die Milbe.

Varroa – wirklich ein skruppeloser Parasit?

Wenn man in die Biologie schaut, sieht man überall Nutzsymbiosen, die Natur kennt weder Abfall noch Einbahnstraßen noch geplante Ausrottung. Sie ist in der Lage, jedes Ding und jede Kreatur zu einem komplexen, lebendigen Geflecht und Webwerk zusammenzufügen. Warum also scheitert sie im Fall der Bienen-Varroen-Nutzbeziehung derart? Und was ist das überhaupt für eine Formulierung?!

kama-bio_bienenbruecke_statt_Varroa

Bienenbruecke – Hangelspaß statt Varroa Drama

Dazu folgender Gedankengang:

Es sind wir Menschen, welche in Kategorien wie Parasiten und Wirte denken. Die Natur setzt derlei bewertende Maßstäbe sicherlich nicht an, sie füllt ledigtlich Lücken mit Leben und verteilt Überfluss. Warum sollte sich eine kleine Spinnenart nicht von Bienenblut ernähern? Machen doch andere Insektenarten auch und in den asiatischen Regionen, wo die Milbe herkommt, funktioniert es ja auch, oder nicht? Was unweigerlich zu der Frage führt: Was haben diese Bienen was unsere nicht haben? Und: Warum kann die asiatische Biene mit der Varroa in einer lebensverträglichen Beziehung leben und unsere Bienen können es nicht?  Aus Sicht der Natur ist es komplett unsinnig, dass die sog. Parasiten ihren Wirt abtöten, da auch ihre Population damit zu Grunde geht. Oder hat mal einer eine Kollone lebender Varroen am Ende des Winters aus dem Bienenstock ausziehen sehen? Nein. Die sterben alle mit, was zeigt, dass der gesamte Mechanismus der Bienen-Varroa-Lebensbeziehung (um mal von dem Parasitengedanken wegzukommen) essentiell gestört ist. Weder die Biens haben einen Vorteil davon, am Ende des Winters tot zu sein, noch die Varroen. Warum also läuft die Natur an dieser Stelle (in Europa) in eine solche Sackgasse? Hat sie es doch in den asiatischen Ländern geschafft, diese Beziehung sinnvoll für beide Partein zu gestalten.

Leider lautet die Antwort – auch mal wieder! – in diesem Fall DER MENSCH HAT’S VERBOCKT! Vorangegangene Generationen im letzten Jahrhundert haben an den feinen genetischen Stellschrauben der europäischen Bienenrassen herumgedreht und damit das Gleichgewicht im Reigen der Natur zerstört, was – wie auch in anderen derartigen Fällen – mit steigender Wahrscheinlichkeit zum eigenen Aussterben oder zumindest zu wachsendem Elend in der eigenen Population führt.

KAMA hat basierende auf dieser Überlegung und auch in Anbetracht der zunehmenden Resistenz der Milben gegen die Säuren entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen.
Wir möchten unsere Bienen renaturieren.
Wen dieses Thema interessiert, dem sei wärmestens die Webseite resitantbees.com empfohlen. Wir werden über unsere eigenen Ergebnisse in diesem Bereich natürlich auf unserer Hompage berichten.

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