Sonnenvolk trauert um Bienenkönigin

Eine erste tote Königin

*Impressionen von KA*

Beim kürzlichen Durchsehen des Sonnenvolknestes hat MA eine Weiselzelle aufgespürt und diese entfernt. In diesen extra großen Waben werden Königinnen herangezüchtet, indem die Larve von den Bienen mit Gelee Royal gefüttert wird. Ein hochpotentes Serum, das die Bienen herstellen und das den Organismus der heranwachsenden Biene auf „Königin“ einstellt, und laut MAs Angaben wie Sperma riecht.

Um das Volk am Schwärmen zu hindern bzw von dieser Idee abzubringen, werden im gängigen Imkerei-Prozedere diese Weiselzellen mit den ungeborenen Königinnen entfernt. Ein Schwarm schwärmt indem er sich teilt jedoch nur mit einer neuen Königin, ohne diese fehlen „den Expansionisten“ die Orientierung und die Nachwuchseierlegerin. Dieses Regularium macht sich die Imkerei zu Nutze, indem sie dafür sorgt, dass die Schwärm-Königin fehlt. Grundsätzlich liegt es da nahe zu sagen: Ja, das hört sich ziefführend und effizient an, denn weniger Bienen im Bau bedeutet weniger Honig. Da tut man doch gut dran, den Schwarm zusammenzuhalten in seiner Kiste.

Für MA und mich ist das zwar auch nachvollziehbar, trotzdem entspricht dieses Vorgehen nicht der Art wie wir fühlen und wie wir versuchen, in der Welt zu sein und zu handeln. Schlimm genug, dass wir den Bienen ihren Honig klauen, dann gehen wir auch noch her und stören sie in ihrem natürlichen Rhythmus, weil wir ihnen gerne noch mehr Honig klauen möchten.

Ein Argument wäre es zu sagen: Na unter den heutigen Umständen, wenn die Bienen ohne ihren Imker ohnehin nicht überleben können, hat es doch Sinn, sie beisammenzuhalten. Was ist das Leben einer (oder mehrerer) Königin_nen im Gegenzug zum Überleben eines ganzes Volkes?

INTERESSANT: Man kann bei sechsbeinigen Lebenwesen genau dieselben moralisch-ethnischen Ansätze diskutieren wie bei Zweibeinern.

Das macht es nicht unbedingt leichter!

Zunächst sei mal gesagt: Ja, wir betrachten diese Dinge stets auch im großen Maßstab. Die Bienenpopulation leidet erheblich unter den Zuständen unserer gegenwärtigen Zeit, es geht seit ein paar Jahren tatsächlich um das generelle Überleben einer ganzen Art. In diesem Maßstab spielten 10 oder 100 ermordete Larven natürlich keine erhebliche Rolle. Dieses Thema betrifft vorrangig den Umgang mit dem Leben an sich, es zielt auf jenen Ort im Inneren, wo wir das Empfinden verankert haben, dass wir selbst Teil eines gigantischen wundersamen  Mechanismus‘ sind.

Indem wir uns damit beschäftigen, ob es Alternativen zum Königinnenmord gibt, möchten wir nicht die Verfahren der Imkerei negieren und unsinnig in Frage stellen. Es ist viel mehr unser Anliegen, unsere persönliche Wahrnehmung diese Dinge betreffend zu veranschaulichen und zu kommunizieren. Natürlich ist uns bewusst, dass gewisse Methoden tradiert und nützlich sind, dass es seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden gemacht wird, wie es eben gemacht wird. Wir wollen nicht die Imkerei revolutionieren oder umkrempeln, wir sind lediglich Teil einer Revolution in unseren eigenen Herzen.

Jeder soll seine Bienen hüten wie er oder sie es möchte. Unsere Herzen wollen mit uns Bereiche durchwandern, die bislang womöglich unentdeckt waren, weil die Zeit noch nicht reif war. Wir möchten mit den Bienen als gleichberechtigte Wesen leben, um herauszufinden, was sie uns jenseits von Honig und Wachs mitgeben wollen. An diesem Abenteuer werden wir euch so weit wir können teilhaben lassen.

 

 

 

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