Menschenbienen – Bienenmenschen

Wie hilfreich es ist, in die Mokassins der Honigbiene zu schlüpfen

Vergleichende Studie mit KA

Es könnte naheliegen zu denken, dass Imkerei sehr viel der Theorie und des theoretischen Wissens bedarf. Und ja – es hat tatsächlich Sinn, sich zu belesen. Für alle Bio- und Alternativimker _innen – ich habe hier eine Bücherliste zum Thema gefunden

Was abgesehen von Pauken jedoch auch helfen kann, um gewisse Vorgänge und Maßnahmen besser zu verstehen, ist die gedankliche Übertragung auf das eigene Leben. Schön als Beispiel, weil derzeit aktuell – die Durchsicht der Kästen:

Stell dir vor, du schläfst mit deinem Mann/mit deiner Frau in eurem Zimmer. Es ist warm, die Luft riecht angenehm nach dem frisch gewaschenen Bettzeug, die Fenster sind zugezogen, kein Lärm dringt herein, ihr liegt im Halbschlaf beieinander, träumt und seid entspannt, während ihr dem Atem des anderen lauscht, nahe neben dem Bett schläft das Baby in seiner Wiege.

Plötzlich reißt jemand Tür und Fenster gleichzeitig auf, so doll, dass die Wände des Zimmers dröhnen und schwanken. Eine Scheibe splittert. Von draußen dringt Lärm von Presslufthämmern herein, eine Welle vom Gestank der Teerbauarbeiten schwappt über das Bett. Längst seid ihr beide hellwach, doch noch immer geblendert von dem vielen Licht. Das Baby schreit. Gesichtlose Gestalten stürmen herein, heben euer Bett in die Luft und drehen es schwankend im Kreis, ehe ihr nach dem Baby schauen könnt, dann nehmen sie einen Windkanal richten ihn auf euch und blasen, sodass eure Bettdecken wegfliegen. Es wird kalt und ihr kriecht schnell freiwillig aus dem Bett heraus – Glück gehabt, sie benutzen keine Besen, um euch zu verteiben und sie kippen das Bett auch nicht herum, sodass ihr unangenehm auf dem Boden aufschlagt. Einer der Eindringlinge nimmt nun eine Sense und zieht das Baby damit aus seiner Wiege, es verschwindet, während ihr gegen den starken Druck des Windkanals anzulaufen versucht. Eine andere Gestalt beginnt, eure Matratze aufzureißen, Kissen und Bettdecken gehen dabei kaputt. Die herumwirbelnden Federn werden abgesaugt, die Decken entfernt, sogar die leere Wiege nehmen sie mit, die Reste der kaputten Matratze bleiben auf dem Bett liegen. Dann zack, mit einem Schlag sind die  Fremden wieder weg. Sie knallen Tür und Fenster hinter sich zu, wieder wackelt der Raum. Der Gestank aus Teer und Schweiß hängt in der Luft, das Baby ist fort, ihr friert, die Augen müssen sich wieder an die plötzliche Dunkelheit gewöhnen, eure Herzen rasen vor Schreck ... BAAAM! Willkommen bei der wöchentlichen Durchsicht!

Natürlich kann man an dieser Stelle argumentieren, dass Menschen keine Insekten sind und  Wahrnhmung und Verhalten doch auch erhebliche Unterschiede aufweisen – sicherlich. Wir sind dennoch der Meinung, dass es hilfreich sein kann, Bienen besser zu verstehen, wenn man das, was man mit ihnen macht, auf das eigene Leben überträgt. Nicht nur, um sich selbst schrecklich mies vorzukommen, sondern auch um gewisse Abläufe besser begreifen und sich merken zu können. Beispiel hierzu: Einen Alt-Königinnen-Ableger bilden.

Sollte der Fall eintreten, dass eure Bienen sich einen Haufen Jungköniginnen herangezogen haben, mit dem deutlichen Anliegen, schwärmen zu wollen, kann es eine nützliche Maßnahme sein, einen Ableger mit der alten Königin zu machen. Dazu sucht und findet man sie, nimmt sie heraus und verlegt sie in einen anderen Kasten. Aber das alleine reicht nicht. Anhand der Übertragung auf das eigene Leben ist es leicht sich zu merken, was dieses Projekt erfolgreich macht. Stell dir vor, man wirft dich aus deiner Wohung und zwingt dich, woanders zu leben. Welche Faktoren würden dazu beitragen, dass du dich damit abfindest?

  1. Familienangehörige & Möbel müssen mit!Klar! Mann, Katze und Couch lässt frau nicht gern zurück. Eine Wabe mit Bienen & Drohnen zieht deshalb mit ins neue Zuhause.
  2. Die Speisekammern sind voll! Perfekt! Kein Stress mit Einkaufen. Ein zwei Waben mit Vorräten aus Pollen und Honig bekommen die Umgesiedelten mit dazu.
  3. Nicht ohne meine Kinder!Logisch! Keine hundert Pferde würden einen halten wo man ist, wenn die Kinder nicht mit dabei sind – deswegen ausreichend Brut mitgeben beim Umzug.
  4. Mama ist die Beste!Genau! Warum gehen, wenn sie hier ist? Sie kocht super und kümmert sich. Bienen sind an den Geruch ihrer Königin gewöhnt, solange sie im Nest ist, werden alle anderen auch dort bleiben.
  5. Ausreichend Platz zum Einrichten!Wunderbar! Schöne große Räume, gut geschnitten, da gehen wir nicht weg. Dem Ableger gibt man am Besten einen leeren Wabenrahmen mit, den die Bienen nach Herzenslust ausbauen und befüllen können.

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