Unser größter Schwarm :)

Die Geburt des Solaris-Volkes Ende April 2017

*Fotos von urheberrechtsentspannten Freunden & Schwarm Geburtsanzeige von KA*

Man mag es nicht glauben, an einem Donnerstag Ende April schauen wir morgens aus dem Fenster und sehen – Schnee. Allerdings nicht diesen Möchtegern-Matscheflocken-Schlabber-Schnee sondern 10 Zentimeter weißen super Originalschnee! Keiner hatte angenommen, dass nach der  April-April-Nummer sich der tradierte Wankelwettermonat noch mal so ein Schlussdebüt erlauben würde … aber er tat es.
Wir alle sahen schon unser geplantes Beltanefest in Schneewehen und Frost versinken, als es am Nachmittag desselben Tages zu Regnen begann und die weiße Pracht dank geneigter Wassergötter bis zum nächsten Tag weggespült war.
Das war dann nun ein Frühlingsfest mit buchstäblichem Lichtschaltereffekt – klick klack: aus dem Schnee ins pralle Leben. Für unsere Bienen war es natürlich ein mittelschwerer Gau, dass plötzlich sämtliche Frühblüten erfroren waren …

Unberirrt, die Summsen!

Doch auch das Wetterextrem hielt das Sonnenvolk – allen voran ihre Majestät Königin Sonija – nicht davon ab, in die Welt hinaus zu ziehen, und so schwirrte am 30. April pünktlich zum Maibeginn ein großer Schwarm honigrunder Bienen von unserem Balkon fort und freundlicherweise in den Hollabaum neben einem Schuppen gegenüber.
Wir danken euch dafür! Sonija hätte sich schließlich auch die 20-Meter-Birke oder 23-Meter-Kastanie daneben aussuchen können, aber sie bevorzugte die Holla, und zudem eine für uns äußerst angenehme Arbeitshöhe, was die schöne Nebenwirkung hat, dass man den Baum durch Astabsägen oder sonstige Manöver nicht verletzen muss.

Willkommen SOLARIS! Vom Schwarm zum Volk

Kürzlich haben wir noch den Verlust von MOND und MARS betrauert, heute jubeln wir über die Geburt von Solaris, das im Nest verbliebene Sonnenvolk. Da Sonija, die König des Sonnesvolkes mit ihm gezogen ist, behält es natürlich seinen Namen, bekommt aber einen nigelnagel frischen Nistkasten. Im Sinne von Stamm und Tradition haben wir beschlossen, alle Schwärme des Sonnenvolkes mit Sonnennamen in verschiedenen Sprachen zu benennen, und die von Venus ebenso. Das wird noch spannend werden, herauszufinden, ob es andere Bezeichnungen für die Göttin der Schönheit und Liebe gibt, und falls nicht, werden wir wohl kreativ werden müssen und uns Namen wie Venusa und Venedig einfallen lassen
Solaris Königin bekommt jedenfalls den Namen Sunila.

Und wieder die Anfänger!

Nun war es schon so einfach mit dem Schuppendach und trotzdem haben wir die Einsammelaktion zu gewissen Teilen verzapft. In Ermangelung an praktikablen Nistbehältnissen (eine Dadant-Beute ist einfach schrecklich einzelteilig, unhandlich und damit unpraktisch, zumindest wenn man den Bien darin eine schmale Hühnertreppe zum Dach hochtragen muss) haben wir uns schließlich für eine Isolierkiste unseres Biolieferservices entschieden. Die hat ein gutes Format, Griffe und einen verschließbaren Deckel.

Da die Bienentraube in ihrem Gaga-Schwärmdelirium bereits auf das Dach gefallen war, bestand die erste Herausforderung darin, Sonija im Schwarm zu finden und sie dann mit möglichst vielen Bienen in die Kiste zu befördern. Gesegnet sein unsere Imkerkollegen, die der Guten einst einen blauen Punkt verpasst haben, damit konnten wir sie schnell im Gewimmel entdecken. Mit den Händen haben wir erst sie und dann Händeweise Bienen in die Kiste geschaufelt – WAS FÜR EIN ERGREIFENDES GEFÜHL – und den Deckel einen Spalt offen stehen lassen, damit der Rest noch hinterher wandern kann.

Aliens fangen einen Schwarm

In Raumfahrermontur und mit Thermokiste auf Schwarmfang

Die recht kühle Nacht hat dann den Rest besorgt und am nächsten Morgen in aller Fraugöttinenfrühe mussten wir den Deckel einfach nur noch zumachen und das Sonnenvolk hinauf zu seinem neuen Wohnort auf dem Flachdach bringen. Nun klebten die zwei Kilo Bienen aber hauptsächlich als Traube am Deckel und bedeckten in einer wabernden Schicht sämtliche Innenwände, was zwar herzzerreißend kuschlig anmutet, aber natürlich dem Umzug nicht sonderlich dienlich ist.
Wir sind solche Memmen-Umzugshelfer und hatten keine Muße die Bienen morgens in der Kälte aus der schicken warmen Kiste rauszuschlagen und rauszufegen. Und der DIN-Norm sei Dank passte die graue Thermokiste genau neben die vier Waben in den Dadant-Kasten.
KA hat also in einem Akt zenistischer Fokussierung die Bienen vom Deckel in die Kiste geschlagen und MA hat schlicht und ergreifend das Dach draufgemacht, ehe überhaupt eine von den Ladies sich in einem aufgebrachten Flugmanöver ereifern konnte.
Ein paar besonders Anhaftende waren auf dem Deckel verblieben, die haben wir dann kurzum vor den Eingang gekehrt, wo sie eine Weile als Träubchen zusammenkauerten und gegen Mittag bereits dann in den neuen Bau eingezogen waren.

Nun sind wir gespannt, ob wir und unser Biohändler die Thermokiste je wieder bekommen wird
Es bleibt demnach wie immer spannend …

Auf bald

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