Gesucht wird Varroa D.

 Die Milben, die Biens und wir …

Strategievorstellungen von KAMA

Wie, Was und Warum die Varroa-Milbe ist, muss im Grunde an dieser Stelle nicht noch mal erklärt werden – sie ist ja praktisch der horrible Shootingstar in der Imkerszene – daher nur ein Satz: Varroa Destruktor immigrierte mittels des internationalen Bienensklavereihandels von Asien in den Rest der Welt, sie nutzt die verschlossenen Larvenzellen als Bruststätte und saugt als erwachsene Milbe das Blut der Honigbienen und überträgt dabei gefährliche Viren.

Wir alle kennen Zecken, oder? Nun stelle man sich vor, diese Saugertierchen sind nicht 3 sondern 300 Millimeter groß und hängen einem auf dem Rücken, wo man sicht gut hinkommt. Klar, dass man als besorgte_r Imker_in den Bienen da Abhilfe verschaffen möchte.

Unser Milbenreport 2016:

  • Anfang Juni 2016: Man sieht weder auf den Bienen noch im Bau oder in den getesteten Drohnenzellen lebendige Milben. Weitere Tests folgen.
  • Sieben Tage später: Erneut kein Befall erkennbar – wir wundern uns …
  • 9. Juni 2016: Drohnenrahmen beim Sonnenvolk entnommen – Ergebnis: 0 Milben in der Brut!
  • Erste Abfallprobe im August ergab mittelschweren Befall → Wir haben dann mit Thymol behandelt.
  • Zweite Probe Mitte Oktober ergab einen Abfall von 12 Milben/Tag → …
  • Im November massiver Befall → Wir haben daraufhin erneut mit Thymol behandelt.
  • Ende November nach einer zweiten, diemal sechswöchigen Thymolbehandlung → sehr reduzierter TMA (Tot Milben Abfall)

Unser Milbenreport 2017:

  • Abwarten …
  • 23.03.2107: Überraschend wenig TMA auf den Schiets bei Mars, Mond und Venus

Ermittlungsmethoden:

  • Stichproben der Wabenzellen, ob sie braune 1-mm-Pünktchen beinhalten
  • Stichproben der Drohnenbrut, ob sie braune 1-mm-Pünktchen beinhalten
  • Beobachten der Bienen, ob sie Milben mit sich herumtragen
  • Schauen, ob Milben auf den Waben herumspatzieren
  • Bienen auf verkrüppelte Flügel hin durchschauen
  • Bodenplatte überprüfen, ob Milben drauf liegen
  • Puderzucker-100-Gramm-Bienen-Schüttel-Test
  • 100-Gramm-Bienen-auswaschen-Test
  • weitere?

Als Bio-Imkerei sind wir eingeschränkt in unseren Möglichkeiten, die Untermieter mit ABC-Waffen zu Leibe zu rücken (Lustig: wenn ich mich da vertippe heißt es – zu Liebe zu rücken ). Atomar kommt gar nicht in Frage (Wir sind ja nicht die USA!) Biologisch – sehr spannend, weil am natürlichsten, Chemisch kommen nur Ameinsensäure, Oxalsäure und evtl Ölsäure in Frage – das Standartvorgehen seit 30 Jahren, leider nur mit eindämmendem und wenig nachhaltigem Erfolg.

Wir möchsten unseren Fokus daher aud die Biologische Entmilbung legen. Wie und was könnte das sein? Wir sammeln mal Ideen:

  • Wallnussblätter auf die Rähmchen oben drauf legen – Tipp von Gunhild
  • Fressfeinde der Milbe ansiedeln – OHA, wer kommt da in Frage? Bewerber gibt es hier …
  • Milben mit der Pinzette entfernen – du machst wohl Witze!?
  • Drohnenbrut entfernen – bewährte Methode zur Reduktion der Population, nach dem Motto Männer sind entbehrlich … ist ja schon reichlich fragwürdig, oder? Kuckst du hier!
  • Bienen mit Puderzucken bestäuben, um sie zu mehr Putzen zu animieren – Ups, den Untermieter ausversehen vor die Tür gekehrt … Backanleitung lustig anzusehen hier
  • Kleine Waben anlegen, um die Brutzeit der Bienenbabies zu verringern – kürzer Verdeckelt = weniger adulte Milben! Mehr dazu hier …
  • Völker groß und kräftig werden lassen, um ihnen das „hygiensiche Verhalten“ zu erleichtern. Vortrag mir Erklärung hier entlang …
  • Behandlung & Pflege mit  EMs (Effektiven Mikroorganismen) ist eine sehr sanfte und angeblich nutzbringende Methode, um den Bienen zu helfen, mit den Milben umzugehen. Nachlesbar hier!
  • … weitere …?!

Wir werden einige der Punkte im Einzelnen vertiefen und thematisch vorstellen. Unser Anliegen ist es, uns möglicht nahe an die nachhaltigen Prinzipien der Natur anzuschmiegen, in diesem Zuge werden wir in Zukunft auch mit Dingen wie der Form und der Größe der Kästen experimentieren.

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      Mars ist noch da! *Fotos & Text von KA* Ende Dezember 2016. Da MA und ich Weihnachten in seiner Urform feiern, sprich am 21.12., haben wir an den öffentlichen Feiertagen Zeit für andere Dinge. Da am zweiten Weihnachtsfeiertag das Wetter mitspielte und um Zenit die Bienen sehr aktiv waren, haben wir beschlossen, einen kurzen Blick bei unseren vier Völkern hineinzuwerfen und die Thymolplättchen, die wir im November hineingelegt hatten, herauszunehmen. Sehr zu unserer glückseeligen Überraschung sind die Marsianerinnen noch am Leben!!! Die Aktivitätsquote sah insgesamt bei allem Völkern am 26.12.2016 mittags in der Sonne so aus: Sonnenvolk: voll am Start, hyperaktiv und mit Nestputz unterwegs; wenig TMA Mondvolk: keine Regung vor dem Bau, die Traube recht weit unten; wenig TMA Marsvolk: keine Aktivität vor dem Bau, aber alle am Stelzeln … weiterlesen

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